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Kriminalität im Kreis Lörrach: Alarmierende Zahlen und neue Strategien!

Im Landkreis Lörrach, Baden-Württemberg, bleibt die Kriminalitätsrate weiterhin hoch. Polizeipräsident Franz Semling präsentierte die aktuellen Kriminalstatistiken des Polizeipräsidiums Freiburg, die eine besorgniserregende Anzahl an Straftaten dokumentieren. Besonders auffällig ist die Lage im Dreiländereck, die eine andere Kriminalitätssituation als in anderen Landkreisen hervorruft. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 26.124 Straftaten registriert, wobei 44,2% Verstöße gegen das Ausländerrecht ausmachten. Ohne diese spezifischen Delikte verbleiben noch immer 15.532 Straftaten.

Die Häufigkeitszahl im Kreis Lörrach liegt bei 6.608 Straftaten pro 100.000 Einwohner; damit hat Lörrach die höchste Kriminalitätsbelastung in Baden-Württemberg. Während die Gesamtzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 4,5% sank, sind ohne Berücksichtigung der Ausländerrechtsdelikte sogar 9,6% weniger verzeichnet worden. Im gesamten Präsidiumsbereich gab es einen Rückgang von 2,2% (4,6% inkl. Ausländerrecht). Ein positiver Aspekt der Statistik ist die hohe Aufklärungsquote von 62,1% im Kreis Lörrach, was über dem Landesdurchschnitt von 60,3% liegt.

Anstieg von Gewaltdelikten und sesshaften Tätern

Besorgniserregend ist der Anstieg der Gewaltdelikte im Kreis Lörrach, die um 6,5% auf 1.447 Fälle gestiegen sind – der höchste Stand der letzten zehn Jahre. Im gesamten Präsidiumsbereich stiegen die Gewaltdelikte um 8,2%. In Lörrach gab es 84 Messerangriffe, wobei die Aufklärungsquote hier mit 88% sehr hoch ist. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ist um fast 25% gesunken, während es bei Fahrraddiebstählen ebenfalls einen Rückgang gab. Im Gegensatz dazu gab es einen Anstieg der Diebstähle aus Fahrzeugen, wobei vor allem junge, nichtdeutsche Tatverdächtige auffällig sind.

Rohheitsdelikte stiegen um 46 auf 1.095, und auch die Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung erhöhten sich von 55 auf 77. Insgesamt sind 45% der Tatverdächtigen Nichtdeutsche und 55% Deutsche, wobei 76% Männer sind. Die Bundespolizei bearbeitet 44,2% der Straftaten, überwiegend Verstöße gegen das Ausländerrecht, und hat aufgrund eines Rückgangs bei den Einreisen von Flüchtlingen ihre Einsatzkräfte in der Region reduziert. Zudem gilt der Stadtteil Friedlingen als „gefährlicher Ort“, da die Kriminalität dort höher ist als an vergleichbaren Orten. Im Jahr 2024 wurde jedoch ein Rückgang der Jugendgewalt im Präsidiumsbereich festgestellt, mit 140 auffälligen jugendlichen Straftätern, von denen 20 aus Lörrach stammen.

Im Jahr 2023 wurde ein erheblicher Anstieg der Straftaten im Landkreis Lörrach verzeichnet. Laut Berichten von bazonline.ch stieg die Anzahl der Straftaten auf 28.860 Fälle, was einem Anstieg von 48,4% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders im öffentlichen Raum gab es einen Anstieg von 80,2%. Hauptursache hierfür sind Verstöße gegen das Ausländerrecht, insbesondere illegale Einreisen. Polizeivizepräsident Matthias Zeiser erklärte, dass der Kreis Lörrach durch Zuwanderung stark belastet sei, jedoch keine direkten Auswirkungen auf die ansässige Bevölkerung wahrnehmbar seien.

Die Zahl der tatverdächtigen Flüchtlinge und Asylbewerber stieg um 60,7%. Ohne die ausländerrechtlichen Delikte ist die Zahl der Straftaten im Kreis Lörrach um 8,1% höher im Vergleich zum Vorjahr. Zudem wurde ein Anstieg bei Sexualdelikten verzeichnet, auch wenn diese nicht auf illegale Einwanderer zurückzuführen sind. Die Anzahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben, während die Zahl der deutschen Tatverdächtigen von 142 auf 162 anstieg. Weitere Anstiege wurden bei Partnergewalt (37,5%), Körperverletzungen (17%) und Diebstählen (10,5%) festgestellt.