
Im Landkreis Meißen ist die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte im Jahr 2023 auf 2203 gestiegen, während sie 2024 bei 1737 Fällen lag. Dies entspricht einem Anstieg von 26,8 Prozent. Der Polizeipräsident Lutz Rodig führt diesen Anstieg insbesondere auf eine Zunahme der Urkundenfälschungen zurück, die von 89 Fällen im Jahr 2023 auf 536 im Jahr 2024 angestiegen sind.
Die Zunahme der Urkundenfälschungen steht im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen eine Ärztin aus Moritzburg, die gefälschte Corona-Zeugnisse ausgestellt haben soll. Insgesamt stieg die Zahl der registrierten Straftaten im Landkreis Meißen von 11.726 im Jahr 2023 auf 12.102 im Jahr 2024.
Demografie der Tatverdächtigen
Im Jahr 2024 wurden 5130 Tatverdächtige erfasst, von denen 26,9 Prozent Frauen sind. Der Anteil jugendlicher Tatverdächtiger ist von 9,6 Prozent in 2023 auf 8,9 Prozent gesunken, während der Anteil von Kindern als Tatverdächtige von 5 Prozent auf 4,1 Prozent fiel. Zudem sind 18,9 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer, was einen Rückgang im Vergleich zu 19,4 Prozent in 2023 darstellt.
Bei besonders schweren Diebstählen sind Ausländer mit 60 Prozent überrepräsentiert. Im Bereich der Gewaltkriminalität sind 27,9 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer, was einen Anstieg von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dennoch werden die meisten Gewaltverbrechen nach wie vor von Deutschen begangen.
Einblick in die Kriminalitätsstatistik
Die Zahl der gefährlichen Körperverletzungen erreichte 2024 den höchsten Wert der letzten zehn Jahre. Im Gegensatz dazu sank die Rauschgiftkriminalität von 489 Fällen im Jahr 2023 auf 442 Fälle im Jahr 2024, was den niedrigsten Wert der letzten sechs Jahre darstellt. Diese Entwicklung wird teilweise dem Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes in 2024 zugeschrieben. Die meisten Rauschgiftdelikte betreffen Cannabis, gefolgt von Methamphetamin, und etwa ein Viertel der Tatverdächtigen bei Rauschgiftdelikten sind Nichtdeutsche.
Besonders bemerkenswert ist, dass im Jahr 2024 keine Mord- und Totschlagdelikte registriert wurden, obwohl ein erweiterter Suizid in Meißen stattfand, dessen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst Straftaten erst nach Abschluss der Ermittlungen und spiegelt somit die aktuelle Lage der Kriminalität im Landkreis wider.
Im deutschlandweiten Kontext zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 einen leichten Rückgang der Kriminalität um 1,7 Prozent auf insgesamt 5.837.445 registrierte Straftaten. Der Hauptgrund für diesen Rückgang ist die teillegalisierung von Cannabis, die zu einem signifikanten Rückgang der Rauschgiftkriminalität führte, wie das Bundeskriminalamt berichtet.