
Das Bauprojekt für ein Amazon-Logistikzentrum an der B455 bei Grund-Schwalheim, das seit 2021 gestoppt ist, könnte sich zu einem der teuersten Bauruinen der Region entwickeln. Laut einem Bericht der Frankfurter Neuen Presse wird Amazon, ohne dies öffentlich bekannt zu geben, beabsichtigen, von dem Projekt zurückzutreten. Dies geschieht trotz der Tatsache, dass das Unternehmen bereits mehrere „Beendigungsschreiben“ an den Bauträger gesendet hat.
Der Amazon-Anwalt hat ausgesagt, dass die geplante Halle nicht mehr zu einem Verteilzentrum des Unternehmens passe. Der Weiterbau war bereits im Mai 2021 durch einen Gerichtsbeschluss gestoppt worden, nachdem der BUND Klage wegen unzureichender Umweltprüfungen erhoben hatte. Eine nachfolgende Umweltverträglichkeitsprüfung wurde als unzureichend bewertet, was den Bau der Halle weiter verzögerte. Obwohl die Baufirma Logimac seit einem Jahr in der Lage ist, fortzufahren, ruhen die Arbeiten noch immer.
Entschädigungsforderungen und rechtliche Auseinandersetzungen
Die Baufirma Garbe fordert nun vor dem Landgericht Gießen eine Entschädigung von Amazon. Diese Forderung ist das Resultat von Streitigkeiten über die Kostenverteilung, wobei Garbe eine Summe von 14 Millionen Euro verlangt, während Amazon eine maximale Beteiligung von lediglich 7,8 Millionen Euro anbietet. Die Situation hat sich weiter verkompliziert, da der Gerichtsbeschluss zu diesem Streit fiel, als Amazon bereits kein Interesse mehr an dem Projekt hatte und das Bauunternehmen 2023 formell informierte, dass das Projekt nicht mehr den Anforderungen des Unternehmens entspreche.
Die Baufirma Garbe sieht sich mit einer 70 Prozent fertigen und 23 Millionen Euro teuren Bauruine konfrontiert. Sollte keine zivilrechtliche Einigung zwischen den Parteien erfolgen, wird der Fall am 23. Mai vor das Landgericht gebracht, um eine endgültige Klärung herbeizuführen, wie [onlinehaendler-news.de](https://www.onlinehaendler-news.de/amazon/logistik/baufirma-fordert-millionensumme-amazon) berichtet.
Die rechtlichen Auseinandersetzungen und die ungewisse Zukunft des Logistikzentrums werfen Fragen auf, wie ein potenzieller Rückbau des bereits teilweise errichteten Gebäudes vonstattengehen könnte, was bisher unklar bleibt, wie auch die Frankfurter Neue Presse feststellt.