Deutschland

Ältere Menschen im digitalen Zeitalter: Chancen und Herausforderungen der ePA!

Am 2. April 2025 wurde die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland bekannt gegeben, die automatisch für jeden Bürger erstellt wird. Diese Neuerung zielt darauf ab, die medizinische Versorgung zu modernisieren und Informationen zentral zugänglich zu machen. Detaillierte Informationen zur ePA sind auf der Internetseite der Kassenärztlichen Bundesvereinigung verfügbar.

Allerdings gibt es Bedenken bezüglich der digitalen Teilhabe, insbesondere für ältere Menschen, die möglicherweise über keinen Zugang zu einem Computer oder Smartphone verfügen. Vor der Bundestagswahl hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen Fragen an Parteien zur digitalen Teilhabe gestellt. Um dem entgegenzuwirken, bietet die Kolpingjugend im Bistum Eichstätt seit über zehn Jahren das Programm „Jung lehrt Alt“ an, bei dem rund 20 Vereinsmitglieder älteren Menschen beim Umgang mit digitalen Geräten unterstützen. Diese Hilfe erfolgt häufig in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB), welcher ebenfalls Online-Fortbildungen und Kurse anbietet.

Herausforderungen der digitalen Teilhabe

Florian Siegmund von der Kolpingjugend berichtet, dass viele Teilnehmer, oft über 80 Jahre alt, Unterstützung beim Umgang mit neuen Technologien suchen. Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung in vielen Bereichen beschleunigt, was auch zu mehr Offenheit unter älteren Menschen geführt hat, sich mit digitalen Technologien auseinanderzusetzen. Dennoch gibt es weiterhin Bedenken für Personen, die nicht aktiv in Vereinen sind oder über keinen Internetzugang verfügen.

Margit Hummel plant Vorträge zur ePA speziell für Senioren und hat festgestellt, dass viele Menschen überfordert sind. Zudem bieten die Malteser im Bistum Smartphone-Workshops und IT-Treffs an, um den Umgang mit digitalen Medien zu erleichtern. Die Katholische Stadtkirche Nürnberg wiederum unterstützt Ratsuchende bei Online-Angelegenheiten und veranstaltet regelmäßig Sprechstunden.

Laut einem Bericht von Ärzteblatt könnten ältere Menschen im Gesundheitsbereich von digitalen Anwendungen profitieren, haben jedoch oft Schwierigkeiten, mit neuen Entwicklungen Schritt zu halten. Dr. med. Gordon Weinberg macht darauf aufmerksam, dass viele ältere Patienten, insbesondere im Alter von 75 bis 100 Jahren, keine E-Rezept-App auf ihrem Smartphone installiert haben oder noch nie davon gehört haben. Statistiken aus den Jahren 2021/22 zeigen, dass etwa 8,5 Millionen Menschen über 60 Jahre in Deutschland noch nie das Internet genutzt haben.

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung hebt hervor, dass der Zugang zu digitalen Infrastrukturen und digitale Kompetenzen nötig sind, um digitale Gesundheitsdienste nutzen zu können. Aktuell ist die Digitalkompetenz unter älteren Menschen in Deutschland signifikant geringer als bei Jüngeren; lediglich 24 % der über 76-Jährigen glauben, von der Digitalisierung profitieren zu können.

Die Initiative „DigitalPakt Alter“, die 2021 ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, älteren Menschen den Zugang zur digitalen Transformation zu erleichtern. Derzeit arbeiten rund 150 Einrichtungen in Deutschland mit dem DigitalPakt zusammen, um digitale Kompetenzen unter älteren Menschen zu fördern. Diese Unterstützung sollte jedoch auch von Fachleuten im Gesundheitswesen angeboten werden, um eine effektive Nutzung digitaler Anwendungen sicherzustellen.