
Im Rahmen der Veranstaltung „Geschäftsidee, Gründung, los geht’s!“ der Kontaktstelle Frau und Beruf Ostwürttemberg berichtete die Gründerin Annika Balle über ihren Weg zur eigenen ergotherapeutischen Praxis in Aalen. Balle teilte ihre Motivationen für die Selbstständigkeit, die in der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen, Unabhängigkeit, einem höheren Einkommen sowie Altersabsicherung liegen. Zudem wollte sie ihre eigenen Werte und Visionen umsetzen.
Vor der Gründung füllte Balle mehrere Jahre Berufserfahrung aus, und ihr Vorhaben basierte auf einer durchdachten Planung. Sie nahm an einem Gründerseminar teil, nutzte Beratungsangebote und erstellte einen Businessplan, während sie intensives Networking betrieb. Die Herausforderungen in der Gründungsphase umfassten die finanzielle Vorplanung, bürokratische Hürden sowie die Balance zwischen Perfektionismus und Mut, während sie auch mit kritischen Stimmen umgehen musste.
Unterstützungsnetzwerk und Ermutigung für Frauen
Annika Balle erhielt wertvolle Unterstützung durch den Austausch mit anderen Praxisinhabern, professionelle Beratung von Steuerberatern und Architekten sowie durch ihren Familie und Freundeskreis. Positive Aspekte der Selbstständigkeit, die sie hervorhob, sind die Freiheit in der Praxisgestaltung, die Entwicklung innovativer Therapieansätze und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Elke App, Gründungsberaterin der IHK Ostwürttemberg, bietet Fachwissen zu Gründungsthemen an und begleitet interessierte Frauen.
Balle ermutigte Frauen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Sie betonte, dass eine gute Planung, Treue zur eigenen Vision und der Mut, positive Menschen um sich zu scharen, entscheidend für den Erfolg seien. Die Kontaktstelle Frau und Beruf Ostwürttemberg bietet umfassende Unterstützung in beruflichen Fragen, Beratung zu Wiedereinstieg, Karriereentwicklung und Existenzgründung. Weitere Informationen sind auf der Webseite der Kontaktstelle unter www.frau-beruf.info zu finden.
Zusätzlich ist bemerkenswert, dass die Selbstständigkeit von Frauen in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt. Laut einer Untersuchung des KfW-Gründungsmonitors liegt der Anteil der Gründerinnen bei etwa 20%, obwohl Frauen 50% der Bevölkerung ausmachen. Frauen tendieren dazu, innovative Ideen und Geschäftsmodelle zu entwickeln, die oft vernachlässigte Bedürfnisse ansprechen, wie etwa in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Nachhaltigkeit.
Allerdings stehen Gründerinnen vor speziellen Herausforderungen: Die Finanzierung von Unternehmensideen gestaltet sich oft schwierig, da Frauen im Durchschnitt nur ein Drittel der Finanzierung erhalten, die männliche Gründer einwerben. Außerdem müssen sie häufig die ungleiche Verteilung von Familienaufgaben bewältigen und soziale Stereotype überwinden, die Unternehmertum traditionell als männlich konnotiert wahrnehmen. Dennoch zeigen erfolgreiche Geschichten von Gründerinnen wie Verena Pausder und Lea-Sophie Cramer, dass mit einem sinnorientierten Geschäft und einer strategischen Netzwerkbildung Erfolg möglich ist.