BodenseekreisLindau (Bodensee)

Zeckenplage am Bodensee: So schützen Sie sich vor den Blutsaugern!

Mit den ersten warmen Tagen beginnt am Bodensee die Zeckensaison, die vor allem zwischen April und Juni ihren Höhepunkt erreicht. Zecken lieben warme und feuchte Umgebungen, was das Risiko, mit diesen Blutsaugern in Kontakt zu kommen, in den letzten Jahren durch milde Wetterbedingungen ganzjährig erhöht hat. Dies ist besonders besorgniserregend, da Zecken Überträger von schwerwiegenden Erkrankungen wie der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose sind.

FSME wird durch ein Virus verursacht und greift das Nervensystem an, während Borreliose eine bakterielle Infektion ist, die unbehandelt über Jahre im Körper verbleiben kann. Baden-Württemberg, und insbesondere der Bodenseekreis, ist als FSME-Risikogebiet eingestuft. Im vergangenen Jahr wurden im Bodenseekreis 18 FSME-Erkrankungen registriert, nach zwölf im Vorjahr. Eine spezifische Behandlung gegen FSME existiert nicht, weshalb eine Impfung empfohlen wird.

Präventionsmaßnahmen und Symptome

Um sich vor Zeckenstichen zu schützen, sollten Erwachsene und Kinder geeignete Kleidung tragen, wie lange Hosen und festes Schuhwerk. Insbesondere feuchtwarme Körperregionen wie Kniekehlen, Achselhöhlen und Leistengegend weisen eine hohe Anfälligkeit auf. Nach Aufenthalten im Freien ist es ratsam, den Körper gründlich abzusuchen, da Zecken nicht sofort zustechen, sondern oft mehrere Stunden auf der Haut wandern.

Falls es zu einem Zeckenstich kommt, sollte die Zecke mit einer feinen Pinzette nah an der Haut herausgezogen werden. Alternativ sind spezielle Zeckenkarten oder das sogenannte „Zeckenlasso“ erhältlich. Nach der Entfernung sollte die Stichstelle desinfiziert werden. Bei Anzeichen wie Rötung oder Schwellung der Haut sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Die Borreliose kann unbemerkt verlaufen, wobei häufige Warnsymptome die Wanderröte, Fieber, Lymphknotenschwellungen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen sind.

Wichtig zu wissen ist, dass viele Menschen fälschlicherweise annehmen, eine „Zeckenschutzimpfung“ schütze vor allen von Zecken übertragbaren Krankheiten. Dies ist jedoch ein Irrtum, da die Impfung ausschließlich gegen FSME schützt. Gegen Borreliose, die durch Bakterien übertragen wird, gibt es derzeit keine Impfung.

Die Übertragung von Borreliose beginnt erst etwa 12 Stunden nach dem Zeckenstich, was das schnelle Entfernen der Zecke besonders wichtig macht. Zu den weiteren möglichen Symptomen gehören allgemeines Krankheitsgefühl, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Nachtschweiß. Treten diese Symptome nach einem Zeckenstich auf, sollte ebenfalls sofort ein Arzt konsultiert werden.