Heilbronn

Handwerk in Not: 3000 Fachkräfte fehlen – Zukunft der Energiewende gefährdet!

Die Bundesregierung plant ein umfangreiches Investitionspaket von 500 Milliarden Euro zur Stärkung der deutschen Infrastruktur. Diese Initiative wird von Ralf Schnörr, dem Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, als unerlässlich erachtet, angesichts des erheblichen Fachkräftemangels, der in der Region und bundesweit herrscht.

Laut Schnörr fehlen derzeit in der Heilbronner Region rund 3.000 Fachkräfte im Handwerksbereich, während deutschlandweit etwa 250.000 Handwerker fehlen. Viele Ausbildungsstellen im Handwerk bleiben unbesetzt, was die Zukunft des Sektors gefährdet. Der Handwerkskammer-Chef hebt die Bedeutung von Ausbildungsplätzen hervor und spricht von einer „goldenen Zukunft“ für Azubis, besonders im Kontext der anstehenden Herausforderungen durch die Energiewende und notwendige infrastrukturelle Maßnahmen.

Herausforderungen im Handwerk und der Autobranche

Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften wird auch in der Autobranche steigen. Schnörr warnt jedoch, dass bei anhaltendem Personalmangel die Leistungen der Handwerker teurer werden könnten. Trotz dieser Herausforderungen zeigt er sich optimistisch, dass das Handwerk die anstehenden Aufgaben bewältigen wird.

Der Bundesrat wird demnächst über das angeführte Investitionspaket entscheiden. Dazu ist eine Zweidrittelmehrheit sowohl im Bundestag als auch in der Länderkammer erforderlich.

Ein weiterer Bericht weist darauf hin, dass der Fachkräftemangel auch die Energiewende in Deutschland gefährden könnte. Eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) prognostiziert bis 2030 einen Mangel von 560.000 Fachkräften, die für den Ausbau erneuerbarer Energien benötigt werden. Unternehmen befürchten, dass dieser Mangel die Transformation der Energieversorgung verlangsamen wird und die Ausbauziele nur teilweise erreicht werden können, wie tagesschau.de berichtete.

Rund 250 Berufe sind für den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie Wasserstoff entscheidend. Auch in Branchen, die nicht direkt mit der Energiewende in Verbindung stehen, wie etwa die Logistik, könnte ein Fachkräftemangel die Fortschritte bremsen. Die DIHK empfiehlt daher eine praxisnahe Berufsorientierung in Schulen sowie zusätzliche Qualifikationen zur dualen Ausbildung, um den Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt zu begegnen.