Neckar-Odenwald-Kreis

Klimastreik in Buchen: Rufe nach sofortigem Handeln!

Am Freitagnachmittag versammelten sich etwa 50 Menschen auf dem Wimpinaplatz in Buchen, um an einer kurzfristig beworbenen Kundgebung des „Bündnis Klimaschutz Neckar-Odenwald“ teilzunehmen. Diese Veranstaltung fand im Rahmen des bundesweiten Klimastreiks von Fridays for Future statt.

Thomas Schaupp, der Vorsitzende des Klimabündnisses, kritisierte, dass die Klimakrise im „Kanzlerduell“ am vergangenen Sonntag nicht erwähnt wurde. Im Aufruf zur Kundgebung wurde die Klimakatastrophe als größte Bedrohung des 21. Jahrhunderts bezeichnet. Zwei lokale Bundestagskandidaten, die im Klimabündnis aktiv sind, sprachen über die Bedeutung des Klimaschutzes im Wahlkampf.

Forderungen nach schnellem Handeln

Philipp Hensinger, Kandidat der SPD, übte scharfe Kritik an der Automobilindustrie wegen des Versäumnisses der Elektrowende und warnte vor einer Rückkehr zum Verbrennungsmotor. Er forderte eine schnellere Wende zur Klimaneutralität. Horst Berger von Bündnis 90/Die Grünen wies auf die spürbaren Folgen der Klimakatastrophe im Neckar-Odenwald-Kreis hin, wie sterbende Bäume und Überschwemmungen. Außerdem betonte er, dass Klimaschutz auch Sicherheits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik sei und dass fossile Projekte in Deutschland beendet werden müssen.

Die Chancen der Energiewende mit Solar- und Windkraft für Kommunen und deren Haushalte wurden ebenfalls hervorgehoben. Die Kundgebung endete mit einem Dank an die Polizei für die Absicherung der Zufahrtswege.

Zusätzlich rief die deutsche Sektion von Fridays For Future am 14. Februar 2025 zu Klimaschutz-Demonstrationen auf. Die Aktivisten forderten von den Parteien, die Klimakrise ernst zu nehmen und auf wissenschaftlichen Fakten basierende Klimapolitik zu kommunizieren. Es wurde Kritik an der öffentlichen Debatte geübt, die sich hauptsächlich um rechte Themen dreht.

In den letzten Wochen fanden in Deutschland zahlreiche Demonstrationen gegen Rechts statt, angestoßen durch eine Debatte um Migration im Bundestag. Friedrich Merz von der CDU brachte einen Entschließungsantrag zur Migration ein, der jedoch nur mit Stimmen der AfD angenommen wurde. SPD und Grüne lehnten diesen Antrag ab, was zu einem Return of Service führte, in dem der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg sein Bundesverdienstkreuz aus Protest zurückgab.

Hunderttausende Menschen protestierten gegen den Rechtsruck und Koalitionen zwischen demokratischen Parteien und der AfD. Klima- und Demokratiebündnisse fordern mehr Fokus auf demokratische Debatten und Klimapolitik, während die Klimakrise im Bundestagswahlkampf kaum Thema war, was auch beim TV-Duell zwischen Olaf Scholz (SPD) und Friedrich Merz (CDU) deutlich wurde.

Das Netzwerk Klimajournalismus kritisierte die mangelnden Fragen zur Klimakrise während des Duells. Während die Schäden durch Extremwetter letztes Jahr laut Munich Re auf 320 Milliarden Dollar geschätzt wurden, werden Klimaschutzmaßnahmen in den Programmen von SPD und CDU zwar erwähnt, jedoch kaum diskutiert.

Fridays for Future äußerte Bedenken über Rückschritte beim Klimaschutz durch die FDP und CDU. In einem offenen Brief an die Bundesregierung wurde gefordert, das Klima nicht den Rechten zu überlassen. Wahlumfragen zeigen die CDU/CSU bei der Bundestagswahl vorn, während diese plant, das Heizungsgesetz und das Verbrenner-Aus zurückzunehmen. Über die Hälfte der Deutschen glaubt nicht, dass Friedrich Merz die richtigen Antworten auf die Klima- und Biodiversitätskrise hat, und die CDU/CSU reagiert auf Kritik mit Abwertung und Drohungen.

CSU-Chef Markus Söder forderte zudem, den Atomausstieg rückgängig zu machen, ohne Expertenquellen zu nennen. Der Comedian Marc-Uwe Kling offerierte einen Gegenvorschlag und bot eine Comedy-Tour an, falls Söder einen Betreiber für ein Atomkraftwerk findet. Fridays For Future erneuerte ihre Forderungen nach der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, einem Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030 sowie nach 300.000 neuen Jobs für die Klimawende, Klimaneutralität bis 2035, einer CO2-Steuer auf Treibhausgasemissionen und einem Fond für Klimaanpassung und Katastrophenhilfe.