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In Hockenheim wurde eine Reihe von Vandalismus-Aktionen festgestellt, die in den letzten Wochen für Aufregung sorgen. Am 28. Februar 2025 berichtete MRN News, dass neben beschädigten Spielgeräten und Parkautomaten auch ein angesägter Baum entdeckt wurde. Besondere Aufmerksamkeit erregten zudem Aufkleber der neonazistischen Kleinpartei „Der dritte Weg“, die an mehreren Standorten in der Stadt angebracht wurden.
Der Verfassungsschutz Baden-Württemberg hat Informationen zur Kleinpartei veröffentlicht, nach denen sie rund 50 Mitglieder in Baden-Württemberg und bundesweit etwa 800 Mitglieder zählt. Die Partei zeigt in ihren Äußerungen rechtsextremistischen bis neonazistischen Charakter. Zeugen der Vandalismus-Aktionen werden dringend gesucht, und die Stadtverwaltung sowie die Polizei bieten eine Belohnung von 750 Euro für Hinweise zur Ergreifung der Täter an. Interessierte können sich an Herrn Henninger unter der Telefonnummer 06205 212020 oder an das Polizeirevier Hockenheim (06205 28600) wenden.
Hintergrund zur Kleinpartei „Der III. Weg“
Die Partei „Der III. Weg“ äußert sich kritisch zum deutschen Wirtschaftssystem und der Verfassungsordnung. Ihr Ziel ist es, einen „Deutschen Sozialismus“ als „völkische Gemeinschaft“ und „nationale Arbeitsgemeinschaft“ anzustreben, was als Umschreibung für den Nationalsozialismus interpretiert wird. Wie der Verfassungsschutz Baden-Württemberg berichtete, führt die Partei die Kampagne „Unsere Heimat ist nicht ihr Wirtschaftsstandort!“ und setzt sich für die Schließung der Grenzen zur Bewahrung der deutschen Identität und Kultur ein.
Die Aktivisten der Partei sind in sogenannten „Stützpunkten“ organisiert und haben kürzlich auch im Gemeindegebiet von Hohenlohekreis, Stuttgart und anderen Landkreisen in Baden-Württemberg Flyer verteilt. Besonders auffällig war die Gründung des „Stützpunkts Bodensee/Südbaden“ im November 2024, was den Ausbau der Strukturen in Baden-Württemberg unterstreicht. Auch Aktivisten der Jugendorganisation „Nationalrevolutionäre Jugend“ (NRJ) beteiligten sich an den Verteilaktionen. Diese Entwicklungen zeigen, dass die neonazistische Ideologie in der Region zunehmend Fuß fasst.