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In Klingen im Landkreis Aichach-Friedberg sorgt die zunehmende Ausbreitung der Biber (Castor fiber) für Aufregung. Am Kreuzweiher hat die Biberburg inzwischen große Dimensionen erreicht. Die Tiere fällen zunehmend dickere Baumstämme, und ihre Grabungen reichen teilweise bis in die Feldwege hinein, was als gefährlich eingestuft wird.
Um die Situation zu beheben, wird die Familie Biber entfernt. Diese sogenannte „Entnahme“ des Bestandes erfolgt mit zwei gleichzeitig eingesetzten Lebendfallen und wurde vom Landratsamt genehmigt. Thomas Kaeuffer, der Biberbeauftragte des Landkreises Aichach-Friedberg, ist für die Maßnahme verantwortlich.
Über die Biberpopulation
Im Wittelsbacher Land existieren rund 120 Biberreviere mit etwa 350 Tieren. Pro Jahr werden etwa 20 Biber „entnommen“, was Kaeuffer als „eher unaufgeregt“ beschreibt. Biber sind die größten einheimischen Nagetiere, können eine Gesamtlänge von bis zu 1,35 Metern erreichen (inklusive Schwanz) und haben einen abgeplatteten Schwanz von bis zu 40 cm. Sie leisten durch die Anlage von Dämmen einen Beitrag zur Gestaltung ihres Lebensraums, indem sie den Wasserstand erhöhen und Eingänge ihrer Bauten sichern.
Die Biberpopulation in Deutschland hat sich im 20. Jahrhundert infolge von Lebensraumzerstörungen deutlich reduziert, hat jedoch durch Wiederansiedlungen seitdem zugenommen. Der Lebensraum der Biber umfasst stehende und fließende Gewässer, und sie sind häufig an abgenagten Stämmen und Ästen von Weiden und Pappeln zu erkennen, wie bfn.de berichtet. Biber leben monogam und die Jungen kommen in der Regel von Ende Mai bis Anfang Juni zur Welt.
Die Hauptgefährdungen der Biber bestehen in der Zerstörung ihres Lebensraums und Verunfallungen auf Straßen und Bahngleisen. Weitere Risiken sind die Landwirtschaft, die Fragmentierung von Landschaften und die illegale Zerstörung von Bauten. Schutzmaßnahmen umfassen die Berücksichtigung der Belange der Biber bei Gewässerunterhaltungen sowie den Erhalt naturnaher Ufersäume, um die Population der Biber zu sichern.