
Im Rahmen des Berufswettbewerbs im Grünen Zentrum in Puch zeigten die Teilnehmer, wie herausfordernd die Bestimmung von landwirtschaftlichen Materialien sein kann. Wolfgang Teifelhart, BBV-Kreisobmann im Landkreis Aichach-Friedberg, berichtete, dass sogar erfahrene Profis Schwierigkeiten hatten, die 20 präsentierten Sämereien und Futtermittel eindeutig zuzuordnen.
Bei der Bestimmungsübung hatten die Teilnehmer 15 Minuten Zeit, um die Materialien zu identifizieren, darunter auch einfachere Sorten wie Roggen, Weißklee und Erbsen. Komplexere Herausforderungen stellten hingegen Luzerne und Rapsextraktionsschrot dar. Unterstützung erhielten die Teilnehmer von Teifelhart und Josef Lindemeyer vom vlf Aichach-Friedberg, sowie von Kreisbäuerin Andrea Mayr und dem Leiter des Amtes für Landwirtschaft, Axel Heiß. Johannes Hofberger, BBV-Fachreferent, hatte den Wettbewerb für die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg organisiert, und 20 Ehrenamtliche wirkten als Prüfer mit, was die Verbundenheit in der Landwirtschaft unterstrich.
Fächerübergreifende Fähigkeiten gefordert
Valentina Hübner aus Hebertshausen, die als Teilnehmerin erklärte, dass sie Schwierigkeiten hatte, Erbsen von Sojabohnen zu unterscheiden, hebt hervor, dass das Bestimmen von Werkstoffen Teil des Wettbewerbs ist. Der Wettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet und abwechselnd mit einem forstlichen Wettbewerb durchgeführt wird, verlangt von den Teilnehmern, 20 Werkstoffe, Saatgutsorten und Futtermittel zu erkennen. Dabei kommen auch Materialien zum Einsatz, die durch Riechen oder Probieren identifiziert werden müssen.
Zu den getesteten Materialien zählen unter anderem Zuckerrübenschnitzel, Ölrettich- und Alexandrinerklee-Samen. Die Teilnehmer müssen handwerkliches Geschick sowie Fach- und Allgemeinwissen unter Beweis stellen. Dies umfasst auch schriftliche Wissensabfragen zu Themen wie der Anatomie von Tieren und landwirtschaftlichen Fragestellungen. Der Wettbewerb ist für die Zulassung zur Abschlussprüfung obligatorisch, wobei keine Noten vergeben werden.
Die 44 Teilnehmer, im Alter von 16 bis Anfang 20, stammen aus den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg am Lech. Einige, wie Michael Ginzky, sind Seiteneinsteiger und werden auf einem Hof in Puchheim ausgebildet. Ginzky, der zuvor keine Erfahrung mit dem Reparieren von Steckerverbindungen hatte, zeigte sich mit seinen Ergebnissen zufrieden. Rainer Thoma, Bildungsberater am AELF, erklärte, dass solche praktischen Fähigkeiten für Landwirte im Alltag von großer Bedeutung sind.
Die Wettbewerbe zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Anforderungen an angehende Landwirte sind und welchen Stellenwert praktische und theoretische Kenntnisse in der modernen Landwirtschaft haben, wie wochenblatt-dlv.de und sueddeutsche.de berichten.