Bayreuth

Massive Proteste in Istanbul: Tausende für Imamoglu auf den Straßen!

In der Türkei sind Proteste gegen die Inhaftierung des Oppositionspolitikers Ekrem Imamoglu eskaliert. Die Republikanische Volkspartei (CHP) plant eine Großkundgebung in Istanbul, um für die Freilassung von Imamoglu zu demonstrieren. Tausende Teilnehmer werden im Stadtteil Maltepe erwartet.

Ekrem Imamoglu, ehemaliger Bürgermeister von Istanbul und Präsidentschaftskandidat, wurde am 19. März 2025 aufgrund von Korruptionsvorwürfen inhaftiert und abgesetzt. Gegen ihn laufen zudem Ermittlungen wegen angeblicher Unterstützung terroristischer Aktivitäten. Die Proteste gegen seine Inhaftierung haben landesweit zugenommen, wie [RND.de](https://www.rnd.de/politik/proteste-in-der-tuerkei-ueber-1-100-festnahmen-nach-inhaftierung-von-imamoglu-JWTDBRMHWRKGJCRB5BVDK4XFB4.html) berichtet, mit mehr als 1.100 Festnahmen zwischen dem 19. und 23. März 2025.

Reaktionen auf die Proteste

Die Polizei berichtete über mehr als 100 verletzte Beamte, während die genauen Zahlen zu verletzten Demonstranten nicht veröffentlicht wurden. Der Innenminister Ali Yerlikaya bestätigte, dass unter den Festgenommenen auch zehn Journalisten und Fotografen sind. Die Mediengewerkschaft Disk-Basin-Is bezeichnete die Festnahmen als eine Reaktion der Regierung auf die Proteste sowie einen Angriff auf die Pressefreiheit.

Trotz eines teils aufgehobenen Protestverbots in Istanbul gehen die Festnahmen weiter. Ein Anwalt von Imamoglu wurde wegen angeblicher Geldwäsche vorübergehend festgenommen, und mehrere Journalisten wurden von der Polizei zur Vernehmung abgeführt. Unter den Festgenommenen war auch ein Mitarbeiter der schwedischen Zeitung „Dagens ETC“.

Die Bundesregierung äußerte sich kritisch zur Inhaftierung und Absetzung von Imamoglu und forderte eine schnelle, transparente Klärung. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Festnahme als „äußerst besorgniserregend“ und stellte geplante Gespräche mit der Türkei zu Wirtschaftsthemen und Migration in Frage.

Die CHP hat angekündigt, die Proteste fortzusetzen, bis eine vorgezogene Präsidentschaftswahl angesetzt wird oder Imamoglu freikommt. Am Freitag fanden bereits die zehnten Abenddemonstrationen in mehreren Städten statt. Berichten zufolge kam es dabei zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Einsatzkräften und den Demonstrierenden, wobei die Polizei Wasserwerfer und Tränengas einsetzte.

Insgesamt zeigt die Situation in der Türkei ein angespanntes Verhältnis zwischen der Regierung und der Opposition, begleitet von internationaler Kritik an den Vorgehensweisen der Behörden sowie den Folgen für die Pressefreiheit.