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In Bad Reichenhall kommt es zu grundlegenden Veränderungen im Gesundheitswesen: Das alte Krankenhaus soll abgerissen werden, um Platz für den Neubau des Zentralklinikums Berchtesgadener Land zu schaffen. Mit den neuen Plänen wird der Neubau am bisherigen Standort in der Riedelstraße realisiert und nicht, wie zunächst angedacht, an der B 20.
Die verantwortlichen Akteure, darunter die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein sowie die Kliniken Südostbayern und die Stadt Bad Reichenhall, betrachten dieses Projekt als essenziell für die zukünftige stationäre medizinische Versorgung in der Region. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens muss jedoch noch der beste Standort nachgewiesen werden. Die Kliniken Südostbayern AG hat die Möglichkeit eines Neubaus am bisherigen Krankenhausareal erneut geprüft und bevorzugt.
Pläne für den Neubau und dessen Vorteile
Der Neubau wird in mehreren Bauabschnitten erfolgen und nicht als Sanierung bestehender Gebäude. Dabei gibt es einige geänderte Prämissen: Die geplante Bettenzahl wird von 300 auf 240 reduziert, was auf eine verbesserte ambulante Versorgung zurückzuführen ist. Zudem bleibt die psychiatrische Versorgung in Freilassing gesichert. Zu den entscheidenden Gründen für den Neubau gehören:
- Komprimierte Bauweise zur Anpassung der Bettenkapazität an die aktuellen Anforderungen.
- Ökologische Vorteile, wie die Vermeidung von Flächenversiegelung und die Lösung bestehender Grundwasserproblematiken.
- Geringerer Aufwand zur Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur.
- Finanzielle Vorteile durch Einsparungen bei Grundstückserwerb und Erschließung.
- Kontinuierliche Patientenversorgung während der Bauphase durch Synergieeffekte.
- Moderne Standards für Patienten, kürzere Wartezeiten und verbesserte Erreichbarkeit.
Landrat Bernhard Kern hebt hervor, dass die Zentralklinik am Standort Bad Reichenhall weiterentwickelt werden soll. Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung sieht im Neubau die Chance, die Vorteile des bisherigen Standorts mit modernen medizinischen Möglichkeiten zu kombinieren.
Zusätzlich bieten die Pläne für den Neubau eine Reihe von Vorteilen im Vergleich zur Sanierung. So kann der Neubau kompakter gestaltet werden, wodurch weniger versiegelte Flächen entstehen. Nachhaltige Architektur, die unter anderem Dachbepflanzungen und Ausgleichsflächen berücksichtigt, soll dabei helfen, die Versiegelung zu kompensieren. Eine verbesserte Klimabilanz ist ebenfalls durch den Einsatz von Photovoltaik, Wärmerückgewinnungsanlagen und Materialien wie Recyclingbeton und Holz vorgesehen.
Die digitale Transformation erfordert Anpassungen an der Gebäudearchitektur, die im Bestandsobjekt nur eingeschränkt umsetzbar sind. Herausforderungen bei der Sanierung bestehen unter anderem aufgrund der geringen Tiefe der Baukörper und unzureichenden Geschosshöhen sowie der historisch gewachsenen Bauweise.
Die Planung des Neubaus sieht zudem eine bessere Gestaltung der Stationen vor, die eine gleichmäßige Patientenverteilung und ansprechende Gestaltung ermöglichen. Zentrale Stationen sollen die Wege für Pflegekräfte und Patienten erheblich verkürzen.