Main-Spessart

Neues Wohnprojekt in Karlstadt: Vision für die alte Tabakfabrik!

In Karlstadt sind derzeit zwei bedeutende Bauprojekte in Planung. Eines davon betrifft die Neugestaltung des Gebiets um die alte Tabakfabrik, während das andere sich auf die Schaffung von Wohnraum für geflüchtete Menschen konzentriert.

Ein Slogan, der derzeit diskutiert wird, lautet „Leben und Leben in der alten Tabakfabrik“. Andreas Fella, CEO der Raiffeisenbank Main-Spessart, und Patrick Zachrau, Leiter der Immobilienentwicklung, stellten ein Konzept für den Standort Hegenwald vor. Das geplante Vorhaben sieht eine Kombination aus bestehenden und neuen Gebäuden vor. Architekt Roland Breunig präsentierte im Januar ein Nutzungskonzept, das auf der alten Fabrikhalle und dem dazugehörigen Lagergebäude basiert. Wer letztendlich die Projektentwicklung durchführen wird, bleibt allerdings unklar; eine mögliche Partnerfirma ist die R-Projekt GmbH, die bereits in Lohr, Steinfeld und Esselbach tätig ist.

Wohnraum und demografische Herausforderungen

Fella betonte die demografischen Herausforderungen in der Region, da über 50 % der Bewohner älter als 50 Jahre sind. Daraus ergibt sich ein Bedarf an Wohnraum, der auf die vorhandenen Altersstrukturen angepasst ist. Zachrau plant dazu Wohnprojekte, die für den Distrikt vorteilhaft sind. Ein Beispiel ist das Wohngebiet in Lohr, das Miet- und Eigentumswohnungen sowie ein Zentrum für Kindertagesstätten umfasst.

Die Themen erneuerbare Energien und Selbstversorgung stehen ebenfalls im Fokus; Photovoltaikanlagen sollen installiert werden. Die Fertigstellung des Karlstadt-Projekts wird für das Jahr 2030 angestrebt, wobei vom Kaufvertrag bis zum Baubeginn mehrere Jahre benötigt werden. Bei Zustimmung des Stadtrats wird ein Optionsvertrag ausgearbeitet. Einzelne Gebäude sollen an Investoren wie „Karswängern Wohnen“ oder „Living in Community“ vergeben werden. Die strukturelle Implementierung des Projekts könnte zwischen 2027 und 2028 erfolgen.

Der Bürgermeister von Karlstadt, Michael Hombach, äußerte sich positiv über das Angebot, wies jedoch auf die Notwendigkeit hin, keine voreiligen Entscheidungen zu treffen. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich der rechtlichen Bindung der Stadt im Planungsprozess, wie der Stadtrat Armin Beck von den Grünen anmerkte. Thorsten Heßdörfer von den Freien Wählern fordert Vielfalt in den Bauprojekten, während die Entscheidung über das Angebot der Raiffeisenbank-Tochter bald wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden soll.

Parallel dazu plant der Landkreis Main-Spessart seit November 2023 einen Modulbau zur Unterbringung von geflüchteten Menschen. Nach Abschluss der Suche nach einem geeigneten Grundstück stehen nun die Klärung des Baurechts und Gespräche mit Investoren an. Der geplante Bau im Karlstadter Hirschfeld soll Wohnraum für rund 160 Menschen bieten und wird als Gemeinschaftsunterkunft von der Regierung von Unterfranken errichtet. Markus Krämer, Abteilungsleiter für kommunalen Hoch- und Tiefbau, betont die Priorität dieses Projekts. Die Verhandlungen mit dem Investor befinden sich in der finalen Phase und nach deren Abschluss rechnet man mit einer Bauzeit von etwa fünf bis sechs Monaten. In der Zwischenzeit bleibt die Erwin-Ammann-Halle in Karlstadt bis zu den Weihnachtsferien 2024 als Notunterkunft für geflüchtete Menschen in Betrieb. Landrätin Sabine Sitter bedankte sich bei Schulleitungen, Schülern, Eltern sowie Ortsvereinen für ihr Verständnis und der Stadt Karlstadt für ihre Unterstützung.