
Bischof Bertram Meier hat einen eindringlichen Appell an die Gläubigen gerichtet, aktiv für den Frieden einzutreten. In einem Gottesdienst in der Basilika St. Ulrich und Afra betonte er die Notwendigkeit, Frieden nicht nur zu wünschen, sondern tatsächlich zu schaffen. „Friede geschieht nicht einfach, Friede kann nicht diktiert werden“, erklärte Meier und machte deutlich, dass ein gerechter Frieden ein Geschenk darstellen kann, das aktives Handeln erfordert. Dabei liegt der Fokus seiner besonderen Botschaft auf der solidarischen Hinwendung zu den Opfern von Krieg und Gewalt.
Er wies auf die Wichtigkeit hin, den Geist und die Herzen der Zerschlagenen wieder zu beleben und Trost für Trauernde zu spenden. Der Bischof forderte die Wiederherstellung der Würde der Opfer sowie die Verwirklichung von Recht und Gerechtigkeit. Die kirchliche Friedensethik, so Meier, sei nicht unparteiisch und stelle die Armen und Opfer in den Mittelpunkt. Er machte deutlich, dass das Friedensengagement von den Opfern und nicht von staatlichen Machtinteressen ausgehen sollte und bezeichnete die Friedensethik als nicht absolut pazifistisch.
Europäische Gottesdienstreihe zur Friedensförderung
Meier sprach im Rahmen der „Eucharistischen Kette“, einer europaweiten Initiative für Frieden, die in der Fastenzeit stattfindet. Diese Gottesdienstreihe begann am Aschermittwoch in Albanien und endet am Gründonnerstag in Ungarn. Ziel ist es, der Opfer von Kriegen zu gedenken, insbesondere in der Ukraine und im Heiligen Land. An dem Gottesdienst in Augsburg nahm auch Bischof Bohdan Dzyurakh teil, der Apostolische Exarch der katholischen Ukrainer in Deutschland und Skandinavien. Dzyurakh ist auch Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz.
Bertram Meier, der außerdem Vorsitzender der Kommission Weltkirche ist und zahlreiche Krisenregionen besucht hat, erinnerte daran, dass es in Kriegen niemals Gewinner gibt. Viele Gläubige nahmen an dem Gottesdienst teil, der den Opfern von Krieg und Gewalt gewidmet war. Zudem betonte Meier die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen für die Opfer vor weiteren Gewalttaten.
Das Bistum Augsburg, in dem die Initiative stattfand, zählt circa 1,3 Millionen Katholiken und ist das zweitgrößte Bistum in Bayern, erstreckt sich über rund 13.700 Quadratkilometer und umfasst etwa 1.000 Pfarreien, die bis 2025 in etwa 200 Pfarreiengemeinschaften zusammengeführt werden.