
Am Freitagabend in Kirchseeon feierten rund 180 Menschen gemeinsam den Ramadan in der Ditib Mevlana Camii Moschee. Ramadan gilt für die etwa 700.000 Muslime in Bayern als eine Zeit der inneren Reinigung, Versöhnung, Buße und Reflexion. Der Fastenmonat beginnt mit Suhoor, der ersten Mahlzeit vor Sonnenaufgang, und endet mit Iftar, dem gemeinsamen Abendessen bei Sonnenuntergang. In diesem Jahr begann der Ramadan am 28. Februar und endet am 30. März, wodurch er teilweise mit der christlichen Fastenzeit zusammenfällt.
Nach dem Ramadan folgt das dreitägige Zuckerfest, das dem Weihnachtsfest ähnelt. In Kirchseeon werden freitags und samstags öffentliche Iftar-Mahlzeiten organisiert, um den Zusammenhalt der Gemeinde zu stärken. Die Organisation der Iftar-Abende erfolgt durch Gruppen von 8-9 Personen, die sich um Einkauf, Kochen und Ausgabe der Speisen kümmern. Die Moschee besteht seit über 13 Jahren und soll mehr als ein Glaubenszentrum sein.
Interkulturelle Begegnungen fördern
Die Essenseinladungen richten sich sowohl an Muslime als auch an Andersgläubige, was zu einem wachsenden Interesse und der Teilnahme von Nicht-Muslimen führt. Durchschnittlich 180 Gäste besuchen jeden Abend die Iftar-Mahlzeiten, die eine Gelegenheit bieten, sich mit der muslimischen Kultur und Traditionen auseinanderzusetzen. Ali Oglu, ein langjähriger deutscher Einwohner, lädt seine christlichen Freunde zum Iftar ein und betont den interkulturellen Austausch. Auch Ivonne Reimann und David Vitzthum nehmen an den Veranstaltungen teil und schätzen die Gastfreundschaft sowie die freundliche Atmosphäre.
In den kommenden vier Wochen steigen auch bundesweit die Zahlen von Projekten, die gemeinsame Fastenbrechen-Abende mit Nicht-Muslimen organisieren. Ziel dieser Initiativen, wie SharingRamadan, Ramadan Together, Ramadan NRW und Ramadan im Ländle, ist es, den interkulturellen Dialog zu fördern und Menschen zusammenzubringen, wie dtj-online.de berichtete. Diese Projekte sind Teil eines bundesweiten Netzwerks, das jährlich tausende Menschen erreicht und von den Mitgliedsvereinen des Bundes Deutscher Dialog-Institutionen (BDDI) unterstützt wird.
Kadir Boyacı, Organisator von SharingRamadan, hebt die Bedeutung des gemeinsamen Erlebens des Ramadans hervor. Die Veranstaltungen sind offen für alle, und Anmeldungen erfolgen über die jeweiligen Websites. Die Teilnahmezahlen signalisieren ein großes Interesse: Über 8.000 Teilnehmer bei Ramadan NRW seit 2016, mehr als 12.000 bei SharingRamadan seit 2014, sowie über 3.500 bei Ramadan im Ländle seit 2019.