Weilheim-Schongau

Interreligiöses Fastenbrechen: Schongau feiert Vielfalt und Gemeinschaft

In Schongau fand ein gemeinsames Fastenbrechen von Christen und Muslimen statt, das von der „Initiative Integration Schongau“ organisiert wurde. Veranstaltungen wie diese fördern den interreligiösen Dialog und das Zusammenleben der verschiedenen Glaubensgemeinschaften.

Das Fasten im Islam, das im neunten Monat des muslimischen Mondkalenders stattfindet, dauert 30 Tage und erstreckt sich von Sonnenaufgang bis -untergang. Mitglieder der Initiative laden sich regelmäßig zu Iftar-Feiern ein, bei denen das Fasten gebrochen wird. Gastgeber dieser besonderen Feier waren Hava und Arif Sirin, die auch in der Kommunalpolitik aktiv sind. Das Fastenbrechen begann pünktlich zum Sonnenuntergang um 18:19 Uhr mit einem Gebetsruf und einem freien Gebet.

Kulinarische Vielfalt und gemeinsamer Austausch

Die Vorspeisen des Abends umfassten Wasser, Linsensuppe, Datteln, gefüllte Paprika, Auberginen, Zwiebeln, Salate, Pide und verschiedene Dips. Als Hauptspeise wurde Bulgur, gefüllte Auberginen und Weinblätter mit Reis serviert. Die Gespräche am Tisch drehten sich um Heimat, Heimweh und Rezepte. Nach dem Essen halfen die Gäste beim Aufräumen, während die Männer ihre Gebetsteppiche für das Abendgebet ausbreiteten.

Die Moschee an der Augsburger Straße bietet während des Ramadans abends Gebetstreffen an. Ein Höhepunkt des Ramadans ist die „Nacht der Bestimmung“, in der Muslime die ganze Nacht beten. Den Abend rundete ein Nachspeisenbüffet ab, zu dem alle Teilnehmer einen süßen Beitrag mitbrachten. Nach dem Essen saßen die Anwesenden bei Tee und Knabbereien zusammen. Vor dem Frühstück vor Sonnenaufgang wird viel getrunken und eine leichte, salzarme Kost eingenommen. Monika Soyer-Bauer, die Vereinsvorsitzende, betonte die Bedeutung der Treffen für die Integration und den interkulturellen Austausch.

Ein weiteres Beispiel für gelungenen interkulturellen Austausch fand am 21. März 2024 im Stadtraum Frankfurt – AmKa statt, wo die Veranstaltung „Frankfurt bricht das Fasten“ stattfand. Organisiert vom Forum für interkulturellen Dialog nahmen etwa 60 Personen verschiedener Glaubensrichtungen daran teil. Ziel der Veranstaltung war es, eine Brücke zwischen Kulturen und Religionen zu schlagen. Kadir Boyaci, Vorstand des Forums, hob die Bedeutung des Austausches und des Kennenlernens hervor.

Die Teilnehmer wurden um 17:30 Uhr willkommen geheißen. Der Abend beinhaltete Gespräche, kulinarische Köstlichkeiten und informative Beiträge über den Ramadan. Die Veranstaltung dient als Plattform für offenen Austausch und gemeinsame Werte, wobei eine Teilnehmerin aus der nicht-muslimischen Gemeinschaft ihre positiven Erfahrungen teilte. Diese Feierlichkeiten finden jährlich statt und laden alle Interessierten dazu ein, die kulturelle und religiöse Vielfalt zu feiern und Toleranz sowie Miteinander zu fördern. Das Forum plant zudem weitere Veranstaltungen zur Förderung des interreligiösen Dialogs.