
Ein brisantes Gewaltgeschehen hat sich am S-Bahnhof Ostkreuz ereignet, wo ein unbekannter Mann offenbar zwei Kinder mit rassistischen Aussagen beleidigte und eine brennende Zigarette auf einen der Jungen schnippte, wie Tagesspiegel berichtete. In einem weiteren Vorfall wurde ein 31-Jähriger von einer Gruppe von Männern angegriffen. Tage später wurde er erneut Opfer einer Messerattacke, jedoch diesmal von anderen Tätern.
Die Gewalt gegen Obdachlose bleibt ein drängendes Thema in Berlin. Der Senat dokumentierte, dass im Jahr 2024 insgesamt 506 Gewaltvorfälle gegen obdachlose Menschen registriert wurden, was einen Anstieg von 61 Fällen im Vergleich zu 2023 darstellt. Eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Niklas Schrader und Anne Helm ergab, dass die Vorfälle 2023 bei 441 lagen. Die häufigsten Formen der Gewalt umfassten 241 Fälle von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung und 166 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung. Diese Vorfälle fallen unter die Kategorie „Hasskriminalität“ und betreffen insbesondere die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf.
Strategien zur Prävention von Obdachlosigkeit
Um der steigenden Gewalt entgegenzuwirken, hebt der Senat die Dringlichkeit hervor, Wohnraum bereitzustellen. Der „Housing First“-Ansatz, der obdachlosen Menschen zunächst eine Wohnung vermitteln soll, wird als zentrale Strategie zur Gewaltprävention betrachtet. Ergänzende niedrigschwellige Angebote wie Notfallübernachtungen sollen ebenfalls zur Verhinderung von Obdachlosigkeit beitragen. In Berlin existieren bis Ende März 1.165 Plätze in Notübernachtungen, die in kalten Nächten bis zu 96% ausgelastet sind. Ab April 2025 werden allerdings weniger Notübernachtungen zur Verfügung stehen.
Bisher ist eine genaue Zahl der obdachlosen Menschen in Berlin nicht bekannt, jedoch schätzt die Berliner Stadtmission, dass es über 5.000 obdachlose und rund 40.000 wohnungslose Menschen in der Hauptstadt gibt. In den letzten Jahren konnten durch zwei geförderte „Housing First“-Projekte bereits 60 Obdachlosen der Umzug in Tiny Houses ermöglicht werden. Trotz dieser Initiativen berichtet Barbara Breuer von der Berliner Stadtmission, dass Gewalt zum Alltag der Obdachlosen gehört. Rund 70% von ihnen leben mit psychischen Erkrankungen, wodurch der Bedarf an mehr niedrigschwelligen Angeboten wie Tageszentren und Notunterkünften weiter steigt, wie RBB24 ergänzte.