
Am Al-Kuds-Tag, der jährlich vom Iran zur Eroberung Jerusalems aufgerufen wird, fanden in Berlin mehrere Demonstrationen statt. Schätzungsweise 600 Menschen versammelten sich zu drei verschiedenen Kundgebungen, wie der Tagesspiegel berichtete. Die größten Veranstaltungen fanden am Oranienplatz in Kreuzberg, am Potsdamer Platz und am Brandenburger Tor statt.
Die Teilnehmerzahlen waren wie folgt: Am Oranienplatz demonstrierten zwischen 250 und 300 Personen, am Potsdamer Platz ebenfalls 250 bis 300 Teilnehmer und am Brandenburger Tor waren nur rund 50 Personen anwesend. Die Demonstranten trugen palästinensische Fahnen sowie Flaggen aus Libanon und Jemen. Anwesend waren auch umstrittene Gruppen wie „Jüdische Stimme“ und „Palästina spricht“.
Verlauf und Sicherheitslage
Die Polizei war mit einem Aufgebot von 1.000 Einsatzkräften vor Ort, um die Sicherheit zu gewährleisten. Laut einem Bericht von rbb24 verliefen die Demos am Potsdamer Platz und Oranienplatz friedlich und es gab keine besonderen Vorkommnisse oder Festnahmen. Dennoch gab es Befürchtungen, dass antisemitische Parolen oder Symbole gezeigt werden könnten. Die Veranstalter des Brandenburger Tors hatten zunächst 700 Teilnehmer angemeldet, um unter dem Motto „Jemen, Palästina, Libanon – Frieden im Nahen Osten“ zu demonstrieren.
Ein weiterer Protest mit dem Titel „Solidarität mit Palästina. Keine Waffenlieferungen an Israel“ konnte, entgegen der Erwartung von 500 Teilnehmern, nur 200 bis 300 Personen mobilisieren. Eine pro-israelische Gegendemonstration auf dem Kurfürstendamm hatte etwa 50 bis 100 Teilnehmer. Gleichzeitig kam es zu Verkehrseinschränkungen zwischen dem Potsdamer Platz und dem U-Bahnhof Kleistpark sowie rund um den Oranienplatz in Kreuzberg.
In den Jahren zuvor waren Demonstrationen am Al-Kuds-Tag oft aufgrund von Gewaltausbrüchen und antisemitischen Provokationen verboten worden. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, äußerte sich besorgt über die Durchführung der Demos und forderte ein Verbot.