
Die Sicherheitslage an S-Bahn-Bahnhöfen in Berlin hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Dies belegen aktuelle Zahlen der Bundespolizei, die in jüngster Zeit eine höhere Intensität von Gewaltdelikten und schwereren Verletzungen feststellt. Besonders problematisch ist der Einsatz von Waffen und gefährlichen Gegenständen. Im Zuge einer besonderen Aktion, die im März stattfand, wurde an ausgewählten S-Bahn-Stationen eine Allgemeinverfügung erlassen. Diese verbot zwischen 14 und 4 Uhr das Tragen von gefährlichen Gegenständen.
Betroffen waren die Bahnhöfe Zoo, Hauptbahnhof, Friedrichstraße, Alexanderplatz, Gesundbrunnen, Spandau, Ostbahnhof, Warschauer Straße, Ostkreuz, Lichtenberg, Neukölln und Südkreuz. In diesem Zeitraum wurden insgesamt 3.272 Personen kontrolliert, wobei 255 Personen mit gefährlichen Waffen in Kontakt gebracht werden konnten. Im Detail waren dies:
- 146 Messer
- 83 Reizstoffe
- 19 Werkzeuge
- 19 Hiebwaffen
- 4 Stichwaffen
- 13 weitere Waffen
- 1 Elektroimpulsgerät
- 1 Pyrotechnik
Zusätzlich verzeichneten die Beamten während der Kontrollen 92 Gewaltstraftaten, 62 Aufenthaltsdelikte und 58 Betäubungsmitteldelikte. 43 offene Haftbefehle konnten vollstreckt und 372 Fahndungstreffer erzielt werden. Die Behörden bewerten die Maßnahme als erfolgreich, ob die Verfügung jedoch erneut oder dauerhaft eingeführt wird, bleibt unklar.
Wachsende Zahlen von Körperverletzungen und Diebstählen
Im Jahr 2024 registrierte die Bundespolizei zudem einen Anstieg der Körperverletzungen in Bahnhöfen. Mit etwa 10.600 Fällen bis Ende Oktober übertraf die Zahl die 10.115 Vorfälle des Gesamtjahres 2023. Im Regionalverkehr gab es 1.418 Vorfälle, in Hochgeschwindigkeitszügen wurden 171 Zwischenfälle gemeldet. In Zügen blieb die Anzahl der Übergriffe gleich, mit insgesamt 2.661 gemeldeten Fällen bis Ende Oktober 2024.
Ein weiteres Problem stellt der Diebstahl dar: In den Bahnhöfen wurden bis Ende Oktober 10.185 Delikte, und in Zügen 10.118 Diebstähle verzeichnet. Diese Zahlen zeigen einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die höchste Anzahl an Diebstählen wurde sowohl in Hochgeschwindigkeitszügen (3.300) als auch im Regionalverkehr (3.087) registriert. Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die Deutsche Bahn bis Ende 2024 die Zahl der Videokameras in Bahnhöfen auf 11.000 erhöht und über 50.000 Kameras in Regional- und S-Bahnzügen installiert. Jährlich investiert die Deutsche Bahn zudem über 200 Millionen Euro in Sicherheitsmaßnahmen, um die Reisenden durch Lautsprecherdurchsagen und Hinweise zur Wachsamkeit zu sensibilisieren.