
Der Pegel des Bodensees hat einen alarmierend niedrigen Stand erreicht und liegt derzeit nur 15 cm über dem niedrigsten jemals gemessenen Niveau zu dieser Jahreszeit. Diese außergewöhnliche Situation ist auf anhaltende Trockenheit zurückzuführen und hat bereits spürbare Auswirkungen auf die Region.
Aktuelle Messungen zeigen, dass der Wasserstand im Konstanzer Bereich bei 2,79 Metern liegt, was 15 cm unter dem langjährigen Mittelwert von 2,94 Metern und 61 cm unter dem Wert des Vorjahres entspricht, wie SWR berichtete. Wetterexperte Roland Roth warnte, dass der Pegel dem absoluten Minimalwert nahekommt, was die ökologischen Bedingungen im Bodensee gefährdet.
Wasserstände und Auswirkungen
Der Pegelstand am Untersee, dem westlichen Teil des Bodensees, ist ebenfalls stark gesunken. Dieser ist zurzeit so niedrig wie zuletzt 1972. Zudem ist der Hafen von Mannenbach TG infolge des geringen Wasserstands beinahe ausgetrocknet. Behörden befürchten, dass die Pegelstände im Bodensee weiterhin zurückgehen werden, was die Natur belastet, wie nau.ch berichtete.
Die Schneehöhen im Einzugsgebiet des Bodensees sind unterdurchschnittlich, was eine verringerte Schneeschmelze nach sich zieht. Dies hat zur Folge, dass der Wasserstand im oberen Teil des Bodensees um 40 cm unter dem üblichen Niveau liegt und zuletzt 1996 einen ähnlich niedrigen Stand aufwies. Zudem ist die Insel Hoy bei Lindau, die normalerweise nur mit einem Boot erreichbar ist, aufgrund des gesunkenen Wasserstands zu Fuß erreichbar. Eine provisorische Straße zur Insel wird derzeit errichtet, um notwendige Reparaturen an der bröckelnden Mauer durchzuführen.
Die aktuelle Trockenheit und die Rekordanzahl an Sonnenstunden haben einen Einfluss auf die Durchmischung des Bodensees. Diese bleibt aus, was zu einem Sauerstoffmangel in den tiefen Wasserschichten führen kann. Langfristig könnte dies Sorgen hinsichtlich potenzieller Fischsterben aufwerfen, da die Sauerstoffvorräte im Tiefenwasser gefährdet sind. Wetterexperten prognostizieren zudem kaum Hoffnung auf Regen in den kommenden Tagen und eine geringe Schneeschmelze in den Alpen, was die Situation weiter verschärfen könnte.