
In Potsdam steht die Zukunft der Biosphäre auf der Kippe. Aufgrund städtischer Sparmaßnahmen könnte die beliebte Einrichtung, die jährlich rund 1,8 Millionen Euro Subventionen von der Stadt erhält, möglicherweise geschlossen werden. Die Stadtverordnetenversammlung hat für Anfang April eine Entscheidung darüber angesetzt, ob die finanzielle Unterstützung fortgeführt wird oder nicht. Mitarbeiter der Biosphäre haben aus Angst um ihre Arbeitsplätze einen Brandbrief an die Stadtverordneten geschrieben.
Die Lage ist angespannt, denn die Biosphäre, die jährlich etwa 200.000 Besucher anzieht, ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Potsdam. Geschäftsführer Nico Franzen warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen, sollte die Biosphäre ihre Pforten schließen müssen. Mit einem Gesamtumsatz von rund sechs Millionen Euro jährlich fließen über vier Millionen Euro aus Aufträgen und Gehältern in die regionale Wirtschaft zurück, wie es in einem Bericht von tagesschau.de heißt.
Politische Unterstützung und Hoffnungen auf eine Lösung
Ein neues Haushaltsbündnis aus vier Fraktionen – SPD, Grüne-Volt-DiePartei, Linke und Die Andere – hat angekündigt, sich für den Erhalt der Biosphäre einzusetzen. Zudem plant das Bündnis, die Schließung der Tropenhalle zurückzunehmen. Laut Informationen von info-potsdam.de hat die Stadt mehr Geld zur Verfügung als gedacht, bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr, während Einsparungen in der Verwaltung zur Finanzierung beitragen sollen.
Franzen appelliert an die Stadtverordneten, eine nachhaltige Lösung für die Biosphäre zu finden. Der mögliche Abriss der Einrichtung könnte Millionen kosten, da nicht nur die Rückbaukosten für die Betonkonstruktion, sondern auch die Umsiedlung seltener Tiere und Pflanzen mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden wären. Da die Biosphäre auch eine wichtige außerschulische Lern- und Erlebnisstätte für Umwelt- und Klimaschutz darstellt, hoffen die Beschäftigten, dass ihre Initiative und Online-Petition, die bereits über 4.200 Unterschriften zählt, Gehör findet.
Die nächsten Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung, in denen über die Zukunft der Biosphäre entschieden wird, sind für den 2. und 7. April anberaumt.