PotsdamPotsdam-Mittelmark

Sicherheitskonferenz nach Angriff: Stahnsdorf stärkt Schutz für Flüchtlinge

Die Unterbringung von Geflüchteten in Stahnsdorf ist derzeit von erhöhten Sicherheitsbedenken geprägt. Nach einem versuchten gewalttätigen Übergriff auf die Unterkunft am 15. März 2025 plant der Landkreis Potsdam-Mittelmark, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einzuführen. Laut maZ-online.de wird es bis mindestens Ende März 2025 einen verstärkten Wachschutz geben, ergänzt durch zusätzliche Beleuchtung, um das Sicherheitsgefühl der 300 Bewohner zu erhöhen.

Bei einem Vorfall in der Nacht auf den 15. März versuchten mehrere Personen, in das Übergangswohnheim einzudringen, indem sie eine Eingangstür beschädigten. Der Wachmann, der sie ansprach, wurde dabei schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht; sein Zustand ist den Umständen entsprechend stabil. Drei Männer wurden im Zuge des Vorfalls festgenommen. Diese Situation hat bei den Bewohnern, unter denen sich 95 Kinder befinden, große Verunsicherung und Traumatisierung ausgelöst. Unterstützt werden sie durch die Vereine „Komm Mit“ und „Opferperspektive“.

Aktuelle Entwicklungen und Reaktionen

Am 17. März 2025 ist eine Sicherheitskonferenz mit der Polizei und der Gemeinde Stahnsdorf angesetzt. Landrat Marko Köhler (SPD) hatte bereits am 13. März bei einer Kreistagssitzung über die besorgniserregende Lage informiert. Zudem fand am 12. März ein Vor-Ort-Termin statt, an dem verschiedene Integrationsbeauftragte und Vereinsvertreter teilnahmen. Eine Demonstration gegen Rechts mit über 600 Teilnehmern, organisiert von der Linkspartei und Antifa, fand am 14. März in Teltow statt. Der Bürgermeister von Stahnsdorf und andere Lokalpolitiker verurteilten den Angriff vehement und betonten die Notwendigkeit eines solidarischen und sicheren Umfeldes. Richard Kiekebusch, CDU-Chef in Stahnsdorf, forderte Zusammenhalt, während Hannes Püschel vom Verein Opferperspektive zügige Ermittlungen und deutliche gesellschaftliche Signale gegen die Angriffe forderte.

Erst kürzlich veröffentlichte Zahlen zeigen, dass die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland im Jahr 2024 im Vergleich zu den Vorjahren alarmierend gestiegen sind. Laut taz.de wurden im ersten Quartal 2024 bereits 72 Angriffe auf solche Unterkünfte registriert, mit einem Anstieg auf 64 im zweiten Quartal. Insgesamt wurden zwischen Januar und Oktober 2024 vorläufig 155 Angriffe verzeichnet, eine besorgniserregende Entwicklung, die auch als Folge einer politischen Rhetorik betrachtet wird, die von rechten Parteien geschürt wird.