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Stau-Chaos in Berlin: Pendler kämpfen gegen Sperrung der A100!

Die Autobahn A100 am Berliner Funkturm ist derzeit wegen einer maroden Ringbahnbrücke gesperrt. Diese Entscheidung wurde am 19. März aufgrund eines Risses im Tragwerk getroffen. Die Sperrung hat weitreichende Auswirkungen auf den Verkehr in der Region, insbesondere für Pendler aus Oberhavel, die vermehrt mit Staus auf der B96 und A111 konfrontiert sind. Die Verkehrsbeeinträchtigungen auf der A111 werden in den nächsten Tagen weiterhin anhalten, da Baustellen die Situation verschärfen.

Die Logistikbranche im Oberhaveler Raum leidet erheblich unter der verlängerten Fahrzeit und den dadurch gestiegenen Kraftstoffkosten. So verzeichnet die Agip-Tankstelle an der A111 in Hohen Neuendorf einen Umsatzrückgang von 20%. Stationsleiterin Manuela Noah berichtete von einer geringeren Frequenz und einem Rückgang des Verkaufs von Benzin, Snacks und Getränken. Während die Umleitungsstrategien, die zusätzliche Fahrzeuge auf die bereits überlastete B96 lenken, von Glienickes Bürgermeister Dr. Hans-Günther Oberlack kritisiert werden, kämpfen auch lokale Unternehmen wie der Energiehändler BHM Beyer aus Hohen Neuendorf mit Umplanungen ihrer Lieferungen.

Auswirkungen auf den Verkehr

Die Autobahn-Gesellschaft hat empfohlen, das Dreieck Funkturm weiträumig zu umfahren, und rät Autofahrern, auf alternative Verkehrsträger, wie den Schienen- und Busverkehr, auszuweichen. Es wird erwartet, dass viele Autofahrer kurzfristig über angrenzende Wohngebiete ausweichen, was auch für Fußgänger und Radfahrer besondere Vorsicht erfordert. Roland Stimpel, Vorsitzender des Fußgängerverbands Fuss e.V., äußerte sich optimistisch und verwies auf Studien, die zeigen, dass bei Straßenausfällen zunächst nahe Parallelwege stark belastet sind. Langfristig ist zu erwarten, dass sich viele Verkehrsteilnehmer umstellen und andere Routen oder Verkehrsmittel nutzen.

In der Zwischenzeit empfiehlt der Vertriebsleiter von BHM Beyer, Patrick Wnuczek, Umwege, um Staus zu vermeiden, was jedoch zu Zeitverlusten führt. Vor der Brückensperrung konnten täglich 13 bis 14 Kunden beliefert werden, aktuell sind es fünf weniger. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Umleitungen über den Berliner Ring A10 zwar empfohlen werden, jedoch mit Mehrkosten verbunden sind. Wnuczek sieht die jetzige Lage als Test für zukünftige Brückensperrungen, da die A100 und A111 in den kommenden Jahren voraussichtlich Baustellen bleiben werden.