Osterholz

Frauenpower in Lilienthal: Kundgebung zum Internationalen Frauentag!

Am 8. März findet in Lilienthal eine Kundgebung zum Internationalen Frauentag statt. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Unsere Stimmen, unsere Rechte“ und beginnt mit einem Frühstück für Frauen von 10 bis 12 Uhr im Amtmann-Schroeter-Haus. Im Anschluss wird ein Demonstrationszug zur Kundgebung am Konventshaus organisiert. Marlen Leist, eine der Rednerinnen, möchte in ihrer Ansprache auf die Leistungen von Müttern aufmerksam machen und kritisiert die hohen Ansprüche, die an sie gestellt werden, da sie sowohl berufstätig sein als auch Kinder großziehen sollen.

Leist bemängelt, dass die Betreuungszeiten in Kitas und Schulen unzureichend sind. Sie fordert eine neue Betreuungskultur, die es Müttern ermöglicht, mehr als nur in Teilzeit zu arbeiten, da Teilzeitbeschäftigung oft zu Altersarmut und Karriereknicks für Mütter führt. Weiterhin wünscht sie sich eine aktivere Rolle der Väter in der Erziehung ihrer Kinder. Obwohl sie Fortschritte in der Gleichberechtigung sieht, betont Leist, dass noch viel zu tun bleibt. Sie vergleicht die Kultur der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der DDR, wo sie 1989 geboren wurde, als fortschrittlicher im Vergleich zu den alten Bundesländern.

Selbsthilfegruppe für Mütter in Lilienthal

Seit Oktober 2022 gibt es in Lilienthal eine Selbsthilfegruppe für Mütter, die von Tomke Schwarz initiiert wurde. Diese Gruppe bietet Müttern einen Raum, um über Herausforderungen und psychische Probleme zu sprechen. Die Treffen finden zweimal im Monat ohne Kinder statt und bestehen aus einem offenen sowie einem themenspezifischen Meeting. Interessierte Mütter können sich per E-Mail an Tomke Schwarz wenden.

Starke Erwerbsbeteiligung von Müttern und Vätern

Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familienleben bleibt eine große Herausforderung für Eltern in Deutschland. Im Jahr 2023 waren 7,2 Millionen Mütter und 6,2 Millionen Väter im erwerbsfähigen Alter mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren im Haushalt. 68 % der Mütter und 92 % der Väter waren im gleichen Jahr erwerbstätig, ohne Unterbrechungen durch Elternzeit oder Mutterschutz. Die Erwerbstätigenquote der Mütter variiert je nach Alter des jüngsten Kindes: 40 % bei Kindern unter 3 Jahren, 74 % bei Kindern von 3 bis 5 Jahren und 84 % bei Kindern von 10 bis 14 Jahren.

In Ostdeutschland sind Mütter tendenziell häufiger erwerbstätig als in Westdeutschland. So sind beispielsweise 48 % der Mütter im Osten mit Kindern unter 3 Jahren erwerbstätig, während es im Westen nur 38 % sind. Die Unterschiede in der Erwerbsbeteiligung von Müttern im Osten und Westen resultieren hauptsächlich aus der unterschiedlichen Betreuungssituation. 68 % der Ehefrauen und Lebenspartnerinnen mit Kindern unter 15 Jahren waren 2023 erwerbstätig, ebenso wie 66 % der alleinerziehenden Mütter.

Die Erhebung zeigt, dass 27 % der Ehefrauen vollzeitbeschäftigt sind, während 37 % der alleinerziehenden Mütter und Lebenspartnerinnen in Vollzeit arbeiten. Bei Vätern ist die Vollzeitbeschäftigung noch höher, mit 92 % der Ehemänner und 90 % der Lebenspartner, die vollzeit arbeiten. Bei gemischtgeschlechtlichen Ehepaaren mit Kindern unter 15 Jahren sind 69 % der Väter in Vollzeit beschäftigt, während die Mütter häufig in Teilzeit arbeiten. Die Erwerbsbeteiligung von Eltern in Lebensgemeinschaften unterscheidet sich ebenfalls erheblich.

Diese Aspekte verdeutlichen die aktuellen Herausforderungen, mit denen Familien in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie konfrontiert sind, was auch die Themen der Kundgebung in Lilienthal am Internationalen Frauentag widerspiegelt.