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Depressionen im Rampenlicht: Katty Salié spricht offen über ihr Leid

Die Katholische Erwachsenenbildung Ostalbkreis veranstaltete eine Lesung mit der Kultur-Journalistin Katty Salié, um über das Thema Depression aufzuklären. Laut dem Deutschland-Barometer Depression 2024 sind etwa 50% der Bundesbürger betroffen: 24% direkt und 26% indirekt als Angehörige. Fünf Prozent sind sowohl selbst betroffen als auch Angehörige einer erkrankten Person. Depressionen gelten als häufige, aber oft unterschätzte Erkrankung, die mit vielen Vorurteilen behaftet ist.

Die Bildungsreferentin Karin Specht betonte die Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit und den Austausch über das Thema. Katty Salié berichtete von ihrer eigenen Erfahrung mit Depressionen, die sie als mit Scham behaftet beschreibt. Sie identifizierte mehrere Faktoren, die zu ihrer Erkrankung führten, darunter ein posttraumatisches Erlebnis und der Tod ihres Vaters. Besonders eindrücklich war ihr Begriff „Dementorenalarm“, den sie verwendete, um ihren inneren Zustand zu beschreiben. Diesen Begriff ließ sie sich von ihrer Lektüre von „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ inspirieren.

Einblicke in Saliés Erfahrungen und ihr Buch

Nach einer neunwöchigen Therapie in einer Tagesklinik suchte Salié den Austausch mit anderen Betroffenen, insbesondere in der Musik- und Kulturszene. Sie veröffentlichte das Buch „Das andere Gesicht“, das ihre Geschichte sowie Interviews mit Prominenten wie Atze Schröder, Teresa Enke und Gesine Schwan enthält. Das Buch thematisiert verschiedene Aspekte von Depressionen, einschließlich Schuldgefühlen, Rückfällen und Frühwarnsymptomen. Professor Dr. Bert te Wildt, Psychiater, erläutert in Saliés Buch die Abgrenzung zwischen Depression und Burnout.

Die Lesung zog die Zuhörer in ihren Bann, die verschiedene emotionale Zustände erlebten, von Stille bis zu befreiendem Lachen. Am Ende beantwortete Salié Fragen aus dem Publikum und signierte Bücher, während die Verabschiedung warmherzig und der Applaus langanhaltend war. In ihrem Buch „Das andere Gesicht“ beschreibt Salié, dass Erfolg und Prominenz nicht vor Depressionen schützen. Es zeigt die Lebensgeschichten von prominenten Personen wie Torsten Sträter, Sophie Passmann und Ronja von Rönne und thematisiert die Bedeutung des öffentlichen Sprechens über Depressionen, sowie den Mut, den es erfordert. Das Buch verbindet persönliche Erfahrungsberichte mit wissenschaftlichen Erkenntnissen über Depressionen und lädt dazu ein, diese weit verbreitete Krankheit als Teil der Gesellschaft zu begreifen, die jeden treffen kann, wie [literaturhaus-koeln.de](https://literaturhaus-koeln.de/programm/katty-salie-das-andere-gesicht-depressionen-im-rampenlicht/) berichtet.

Weitere Eindrücke der Veranstaltung lieferte [schwaebische.de](https://www.schwaebische.de/regional/ostalb/aalen/katty-salie-am-sg-man-haette-eine-stecknadel-fallen-hoeren-koennen-3430155), die die Bedeutung der Veranstaltung für das Bewusstsein über Depressionen hervorhob.