
Am Mittwoch führte die Kriminalpolizei Mühldorf in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Traunstein Durchsuchungen in insgesamt 15 Objekten in den Landkreisen Mühldorf und Altötting durch. Die Aktion richtete sich gegen 15 männliche Beschuldigte im Alter von 14 bis 65 Jahren, denen Straftaten im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendpornografie vorgeworfen werden.
Die Durchsuchungen wurden mit Unterstützung der digitalen Forensik der Kriminalpolizei Traunstein sowie den Zentralen Einsatzdiensten (ZED) Traunstein durchgeführt. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden elektronische Geräte wie Laptops und Speichermedien sichergestellt, die nun ausgewertet werden müssen. Die Ermittlungen werden von der Kriminalpolizei Mühldorf am Inn unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein fortgeführt.
Details zu den Ermittlungen
Die Durchsuchungen stehen nicht im Zusammenhang mit dem bundesweiten LKA-Einsatz zur Zerschlagung der Dark-Net Kinderpornoseite „Kidflix“. Die Polizei und Staatsanwaltschaft bewerten die Aktion als Erfolg im Kampf gegen Kinder- und Jugendpornographie, da ein starker Anstieg der Straftaten im Zusammenhang mit der Verbreitung pornografischer Inhalte in den letzten Jahren festgestellt wurde. So gab es im Polizeipräsidium Oberbayern Süd 2022 insgesamt 721 Taten, 2023 wurden 697 Taten registriert, während im Jahr 2024 bereits 911 Taten verzeichnet wurden, was einen Anstieg von über 30 Prozent darstellt.
Um die Verbreitung von Kinderpornographie zu bekämpfen, wurden spezielle Arbeitsgruppen bei den Kriminalpolizeiinspektionen und der Kriminalpolizeistation Mühldorf am Inn eingerichtet. Diese Arbeitsgruppen arbeiten eng mit den Staatsanwaltschaften und der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg zusammen. In der Staatsanwaltschaft Traunstein sind mittlerweile eine Gruppenleiterin und vier Staatsanwältinnen speziell für die Verfolgung von Straftaten mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten zuständig.
In einem weiteren Bericht wurde vermeldet, dass die Ermittler auch 16 Wohnungen in Oberbayern aufgrund des Verdachts auf Kinderpornografie durchsuchten. In diesem Fall sind 16 Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren beschuldigt, Dateien mit Abbildungen von Kindesmissbrauch besessen oder verbreitet zu haben. Bei den Durchsuchungen wurden Datenträger, Computer und Handys beschlagnahmt, und es wurden bereits während der Durchsuchungen offensichtlich illegale Materialien entdeckt. Zudem fand sich in einem Fall auch Betäubungsmittel. Die Verdächtigen wurden vorläufig entlassen, während das Beweismaterial derzeit ausgewertet wird, wie [n-tv](https://www.n-tv.de/regionales/bayern/Durchsuchungen-in-Oberbayern-Verdacht-auf-Kinderpornografie-article25372868.html) berichtete.