
In Quedlinburg wird ab sofort die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ in der Kreisvolkshochschule Harz präsentiert. Die Ausstellung, die von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgegeben und von Clara Merz kuratiert wurde, thematisiert die Lebensrealitäten von Frauen in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) in den 1970er und 1980er Jahren.
Auf insgesamt 20 Tafeln werden die Erfahrungen von Frauen aus beiden deutschen Staaten sichtbar gemacht. Die Schau stellt Klischees über Frauen im Osten und Westen Deutschlands in Frage und untersucht, ob trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen ein gemeinsames Streben nach Selbstbestimmung existierte. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Kreisvolkshochschule zugänglich, und eine feierliche Eröffnungsveranstaltung ist in Zusammenarbeit mit den Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis geplant.
Ein vielschichtiges Bild von Frauen
In einem umfassenden Vergleich zeigt die Ausstellung, dass trotz der politischen Teilung gewisse Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Leben von Frauen beiderseits der Mauer bestanden. Wie der Berliner Kurier berichtete, werden Frauen aus der DDR oft als tough und berufstätig wahrgenommen, während Westfrauen häufig das Etikett des „Heimchens am Herd“ oder der Karrierefrau anhängt. In der DDR waren neun von zehn Frauen berufstätig, während in der alten Bundesrepublik nur jede zweite Frau arbeitete. Diese Unterschiede werden vor allem durch die jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen begünstigt.
Die Ausstellung auch Themen wie „Aufbruch in den 70ern“, „Sexualität und Selbstbestimmung“, und „Frauenpower im Systemvergleich“. Sie ermuntert die Besucher, sich mit den unterschiedlichen, jedoch auch ähnlichen Lebensrealitäten von Frauen zu beschäftigen. Um einen noch umfassenderen Zugang zu bieten, sind die Plakate mit Infotexten, Fotos, Faksimiles, Infografiken sowie QR-Codes zu Videointerviews ergänzt. Ab Anfang März 2025 wird die Ausstellung als Poster-Set im Format DIN A1 gegen eine geringe Schutzgebühr zur Verfügung stehen.
Die Ausstellung hat bereits in über 540 Einrichtungen präsentiert und wird sogar bis nach Australien verschickt, um die vielfältigen Geschichten von Frauen im geteilten Deutschland einem internationalen Publikum zugänglich zu machen. Die Organisatoren laden daher alle Interessierten ein, die Ausstellung zu besuchen und mehr über die Lebensrealitäten von Frauen in zwei unterschiedlichen politischen Systemen zu erfahren.