DeutschlandGörlitz

Görlitz im Filmrausch: „Mit der Faust in die Welt schlagen“ feiert Premiere!

Der Film „Mit der Faust in die Welt schlagen“ feierte kürzlich seine Premiere in Görlitz. Die Regisseurin Constanze Klaue plant, die Steinbrücke in den Königshainer Bergen zu besuchen, wo einige Szenen des Films gedreht wurden. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lukas Rietzschel, der von der Radikalisierung zweier Brüder in Ostdeutschland um die Jahrtausendwende handelt. Die Protagonisten Tobi und Philipp verbringen ihre Kindheit in Steinbrüchen, bevor ihre Lebensumstände sich dramatisch verändern.

Der Film hatte seine Weltpremiere auf der Berlinale 2023 in der Kategorie „Perspectives“ für das beste Debütwerk, erhielt jedoch keinen Preis. Bei den Vorstellungen auf dem Festival waren die Tickets schnell ausverkauft und die Kritiken waren überwiegend positiv. Besonders gelobt wurde der Verzicht auf Klischees. Nach der Berlinale startete Klaue eine Filmtour durch Deutschland, um den Film in verschiedenen Städten vorzustellen. Am offiziellen Kinostart war sie in Dresden, nach einer Vorstellung in Berlin, wo sie mit Schülern über das Werk sprach.

Details zur Filmproduktion und Besetzung

Während der Filmvorstellungen lädt Klaue oft Gäste ein, darunter den Autor Lukas Rietzschel und die Politik-Influencerin Lilly Blaudszun. Teile des Films wurden in Görlitz gedreht, unter anderem in der ehemaligen Schule Weinhübel und in einer Kleingartenanlage. Es ist wichtig zu erwähnen, dass der Roman von Rietzschel keine Eins-zu-eins-Vorlage ist; Klaue hat eigene Elemente hinzugefügt und Teile weggelassen.

Klaue kehrte nach dem Tod ihres Vaters in dessen Haus in Brandenburg zurück, das ebenfalls als Drehort diente. Die Hauptrollen Tobi und Philipp werden von Camille Moltzen und Anton Franke verkörpert. Anja Schneider und Christian Näthe spielen die Eltern, während Swetlana Schönfeld und Hilmar Eichhorn die Großeltern darstellen. Rietzschel hat auch eine kleine Gastrolle im Film. Die Premiere in Bautzen findet am Freitag um 17:30 Uhr statt, gefolgt von einer Vorstellung in Görlitz um 20:00 Uhr, die mit einem Filmgespräch endet.

Der Roman „Mit der Faust in die Welt schlagen“, veröffentlicht im Ullstein Verlag im Jahr 2018, behandelt unter anderem die Lebensumstände und die Perspektivlosigkeit der Jugendlichen in Ostsachsen. Die Geschichte thematisiert, wie sich das Leben der Brüder verändert, als Flüchtlinge in ihrem Heimatort aufgenommen werden und es zu Aufmärschen in Dresden kommt. Während einer der Brüder sich zurückzieht, sucht der andere ein Ventil für seine aufgestaute Wut. Rietzschels Debütroman behandelt essentielle Themen und hinterfragt die Umstände der Radikalisierung in der Region, was in mehreren Rezensionen hervorgehoben wird, darunter die von Deutschlandfunk und Süddeutsche Zeitung.