Harburg

Widerstand in Salzhausen: Bürger erhoben sich gegen Windkraftpläne!

In der Samtgemeinde Salzhausen wächst der Widerstand gegen die Pläne zur Ausweisung von Windkraftanlagen. Der Bauleitplanungsausschuss hat in einer Sitzung eine Stellungnahme zu den Windenergiepotenzialflächen im Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) empfohlen. Der Samtgemeindeausschuss unterstützte diese Empfehlung einstimmig. Frank Patt vom Planungsbüro präsentierte die Flächen zur Einzelbewertung und machte deutlich, dass mehrere der vorgesehenen Standorte als ungeeignet bewertet werden könnten. Während der Sitzung erhielt Patt Beifall von den anwesenden Bürgern.

Die Samtgemeinde Salzhausen wehrt sich gegen die Planung, mehr als 9% ihrer Gesamtfläche für Windenergie zu verwenden. Verschiedene Bürgerinitiativen, Politik und Verwaltung haben ihre Bemühungen gebündelt, um die Bedenken der Bevölkerung in den Entscheidungsprozess einzubeziehen. Informationen über möglicherweise unbekannte Schutzräume, in denen laut Patt Rotmilane und Fischadler leben, wurden präsentiert. Bei der Bewertung der Flächen äußerte Patt, dass die Flächen SAL01, SAL02, SAL04, SAL08, SAL05 und SAL03 unterschiedliche Eignungsgrade aufweisen und es in einigen Fällen dringend notwendig sei, die Abstandsregelungen zu überprüfen oder die Flächen zu streichen.

Planungen und Bürgerinitiativen

Zusätzlich plant der Landkreis Harburg die Errichtung von bis zu 100 Windkraftanlagen in der Samtgemeinde Salzhausen. In Reaktion darauf haben sich Bürgerinitiativen, wie die Initiative „Wirbelwind-Salzhausen“, gegründet, um gegen diese Pläne zu protestieren. Laut dem Niedersächsischen Windenergieflächenbedarfsgesetz (NWindG) ist der Landkreis verpflichtet, bis Ende 2027 Flächen für Windenergie in einer Größe von 3.051 Hektar auszuweisen, was 2,44% der Kreisfläche entspricht. Bis 2032 sollen es dann insgesamt 3.949 Hektar oder 3,16% der Fläche sein.

Norbert Kreutzig, der Sprecher von „Wirbelwind-Salzhausen“, unterstrich, dass die Windkraft im Einklang mit Mensch und Natur stehen müsse. Die Initiative zählt mittlerweile über ein Dutzend Mitglieder, darunter auch Karin Kramer, Gisela Fengefisch und Michael Penzel. Die geplanten Windkraftanlagen befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Wohnhäusern der Mitglieder der Initiative, was zu zusätzlichen Bedenken bezüglich ihrer Auswirkungen auf das umliegende Waldgebiet führt.

Die CDU/FDP Ratsgruppe hat die Pläne zur Ausweisung von Windkraftflächen kritisiert und fordert eine Reduzierung der möglichen Flächen auf einen minimalen Anteil, um eine ausgeglichene Lastenverteilung zu gewährleisten. Auch Gisela Fengefisch äußerte, dass die notwendige Infrastruktur für das geforderte Stromnetz und die Speicherkapazitäten aktuell nicht vorhanden seien.

Die Bürgermeisterin Christa Beyer wies in der aktuellen Debatte Vorwürfe zurück, sie halte Informationen zurück, um persönliche Interessen an Windkraftanlagen zu verfolgen. Der Samtgemeinderat wird am 24. März über die Stellungnahme entscheiden, während der Gemeinderat Garstedt am 20. März eine kritische Stellungnahme zu dem Thema diskutieren wird.