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In Hessen steht die Weiberfastnacht traditionell im Zeichen der Frauen, die an diesem Tag das Regiment in Rathäusern und Ämtern übernehmen. Wie hessenschau.de berichtete, finden in Wiesbaden der Hexenball, in Fulda eine Open-Air-Party und in Kiedrich der Schnorrerball statt, bei dem aus den Getränken anderer geklaut wird.
In Frankfurt werden Damensitzungen von den Bernemer Käwwern und Rödelheimerinnen organisiert. Auch in Mühlheim (Offenbach) stürmen Narren symbolisch die Zentrale des hessischen Städte- und Gemeindebundes, und das Landratsamt in Marburg wird ebenfalls eingenommen. Innenminister Roman Poseck (CDU) hebt die Wichtigkeit des Brauchtums hervor, trotz der angespannten Sicherheitslage. Die Polizeipräsidien in Hessen haben Sicherheitsüberprüfungen für die bevorstehenden Veranstaltungen angekündigt, wobei bei Bedarf zusätzliche Polizeikräfte eingesetzt werden.
Sicherheitsmaßnahmen und Umzüge
In Offenbach übernimmt die Stadt kurzfristig Kosten im niedrigen fünfstelligen Bereich für die Fastnachtsumzüge in Bieber und Bürgel, während mobile Absperrungen bei den Offenbacher Umzügen erstmals eingesetzt werden. Die Sicherheitslage gewinnt besondere Bedeutung, insbesondere nach den Anschlägen in Magdeburg und München, und es werden auch in Fritzlar (Schwalm-Eder) Zufahrtssperren und Schutzmaßnahmen für die Veranstaltungsflächen umgesetzt.
In Fulda, wo der größte Rosenmontagsumzug Hessens von der Fuldaer Karnevalsgesellschaft (FKG) ausgerichtet wird, bestehen keine Änderungen am Streckenverlauf, während die letzten Abstimmungen mit den Behörden anstehen. Auf der anderen Seite berichtet fr.de, dass die Polizeipräsidien angewiesen wurden, die bevorstehenden Veranstaltungen hinsichtlich der Gefährdungslage zu überprüfen.
In der Stadt Gießen wurde das Sicherheitskonzept für den „Fassenachtsumzug“ am 2. März überarbeitet. Die Zugstrecke wird etwa einen Kilometer kürzer sein und ist durch Barrieren gesichert. Die steigenden Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen belasten die Karnevalsvereine in der Region. In Marburg wird der Karnevalsumzug aus finanziellen Gründen abgesagt, stattdessen plant die Stadt einen stehenden Festzug am Rosenmontag.
Während die Vorbereitungen für die Umzüge in Volkmarsen und Heuchelheim wie geplant weiterlaufen, berichten Karnevalsvereine in Oberursel, Hünfeld und Heppenheim ebenfalls von steigenden Kosten. In Dieburg sind am 23. Februar ein Kinderumzug und am 4. März ein großer Umzug mit rund 100 Gruppen und Zuschauerzahlen zwischen 70.000 und 90.000 geplant.