
Hessen hat ein neues „Sofortprogramm für Sicherheit“ ins Leben gerufen, um Kommunen und Veranstalter angesichts steigender Sicherheitsaufwände zu unterstützen. Die Landesregierung stellt dafür eine Million Euro bereit, um den zunehmenden Absagen von Veranstaltungen wie Dorffesten, Karnevalsumzügen und Weihnachtsmärkten entgegenzuwirken. Hintergrund sind hohe Sicherheitsauflagen, die viele Feste in der Region betreffen.
Besonders betroffen ist der Main-Kinzig-Kreis, wo das Straßenfest „Kinzigtal total“ abgesagt wurde, da die Sicherheitskosten für die 80 Kilometer lange Strecke als zu hoch eingeschätzt wurden. Auch das autofreie Sonntagsevent „Fahr zur Aar“ im Rheingau-Taunus-Kreis fiel der Sicherheitsdiskussion zum Opfer, da alle Zufahrtsstraßen gesichert werden mussten. Darüber hinaus wurde das Marburger Kirschblütenfest gestrichen. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) betont, wie wichtig Veranstaltungen für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Er erklärte, es sei notwendig, Sicherheitsinteressen und Veranstaltungsorganisation in Einklang zu bringen.
Herausforderungen und Unterstützung
Die Diskussion über die Sicherheit von Festen in Deutschland, insbesondere nach verheerenden Amokfahrten, hat zur Absage mehrerer Feste in Hessen geführt. Dies bestätigte auch eine Recherche von hessenschau.de, die Beispiele wie die Radtour „Kinzigtal total“, das Kirschblütenfest in Marburg und das Event „Fahr zur Aar“ auflistet.
Die Herausforderungen liegen unter anderem in der Erstellung von Sicherheitskonzepten durch Veranstalter wie Kreise, Städte und Gemeinden, die oft finanziell belastet sind. So musste das Ordnungsamt des Rheingau-Taunus-Kreises die Veranstaltung „Fahr zur Aar“ wegen Sicherheitsbedenken absagen. Hierbei wären fast 70 Zufahrten gesperrt werden müssen, was teuer und aufwendig wäre. Die hessische Landesregierung plant, den Kommunen finanzielle Unterstützung anzubieten, um diese Sicherheitsfragen zu bewältigen.
Ab dem 1. Mai können hessische Kommunen Anträge für das Sofortprogramm stellen, sofern sie bei der Erstellung von Sicherheitskonzepten zusammenarbeiten. Polizeipräsidien stehen zur Verfügung, um Unterstützung und Informationen zu sicherheitsrelevanten Aspekten für Veranstaltungen zu geben. Trotz dieser Sicherheitsbedenken ist in den letzten Monaten eine Vielzahl an Veranstaltungen friedlich und erfolgreich durchgeführt worden.