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Hubschrauber-Jagd auf Mücken: So wird die Plage bekämpft!

Im Jahr 2025 startet die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) ihre Hubschraubersaison. Der erste Einsatz fand am Dienstag in der Nähe des Rheins über die Gebiete Groß-Gerau, Riedstadt, Lampertheim und Biblis statt. Aufgrund eines trockenen März fiel die Entwicklung der Mückenlarven in diesem Jahr geringer aus als in den Vorjahren.

Der Einsatz dauerte einen Tag. Eine Sprecherin von KABS bezeichnete die Runde als klein und verwies auf ein frostreiches Frühjahr, das die Entwicklung der Sumpfwaldstechmückenlarven verlangsamt hat. Da sich diese jedoch auch bei kalten Temperaturen entwickeln können, ist eine Bekämpfung per Hubschrauber notwendig.

Mückenbekämpfung und Bti-Einsatz

KABS bekämpft Mückenlarven in einem Radius von etwa 1,5 Kilometern um Ortschaften, sowohl zu Fuß als auch aus der Luft. Hierbei kommt das biologische Mittel Bti zum Einsatz, das nahezu alle Stechmückenarten abtötet. Allerdings kritisiert der BUND den Einsatz von Bti wegen möglicher negativer Auswirkungen auf andere Insektenarten und die Nahrungskette. Momentan konzentriert sich die Mückenbekämpfung auf Bruchwälder, und es sind keine weiteren Hubschraubereinsätze geplant. In den kommenden Tagen wird es weitere Kontrollen zu Fuß geben, um die Wirksamkeit des Bekämpfungsmittels zu überprüfen.

Es besteht die Möglichkeit einer Mückenplage, ähnlich wie im Vorjahr, da sich die Bedingungen schnell ändern können. In Bürstadt sucht KABS zudem Helfer zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke, wobei Gewissenhaftigkeit und Motivation gefordert werden. Eine Schulung der Helfer ist geplant, bevor diese ihre Tätigkeiten aufnehmen.

Der Einsatz von Bti wirft auch größere ökologische Fragen auf. Wie [traunstein.bund-naturschutz.de](https://traunstein.bund-naturschutz.de/brennpunkte/bti) berichtete, hat Bti, ein Wirkstoff, der Stechmückenlarven abtötet, eine Breitbandwirkung auf Zweiflügler. Es tötet nicht nur alle Stechmückenarten, sondern auch viele nichtstechende Zuckmückenarten, die für viele Tierarten eine wichtige Nahrungsquelle darstellen. Langzeitstudien zeigen, dass Bti negative Auswirkungen auf andere Insekten und Amphibien haben kann, weshalb der Bund Naturschutz fordert, diese Mittel nicht in Naturschutzgebieten und FFH-Gebieten einzusetzen.

Die Problematik des Mückenbefalls wird durch die Tatsache erschwert, dass Stechmücken nicht nur in Gewässern, sondern auch in Pfützen, feuchten Wiesen und sogar in Kellern und Regentonnen leben. Daher ist eine flächendeckende Bekämpfung eine Herausforderung, bei der alternative Maßnahmen zur Mückenbekämpfung gefordert werden, um natürliche Fressfeinde sowie Eigenverantwortung zu fördern.