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Kreditschock durch Immo Tommy: Volksbank erstattet Anzeige!

Der Immobilien-Influencer „Immo Tommy“, mit bürgerlichem Namen Tomislav Primorac, steht im Mittelpunkt eines Skandals, der sowohl Käufer als auch Banken in eine prekäre Lage gebracht hat. Wie NDR Info berichtete, hat die Volksbank Konstanz Anzeige gegen einen Vermittler erstattet, der mutmaßlich gefälschte Unterlagen zur Erlangung von Immobilienkrediten verwendet hat. Viele Betroffene fühlen sich betrogen und sehen sich mit erheblichen finanziellen Verlusten konfrontiert.

„Immo Tommy“, der sich selbst als „Europas größter Immobilien-Influencer“ bezeichnet und Millionen von Followern in sozialen Netzwerken hat, steht seit etwa einem Jahr in der Kritik. Laut Berichten kommen Vorwürfe zu überteuerten Immobilien, riskanten Finanzierungen und verdeckten Provisionen auf. Betroffene melden Verluste in fünfstelliger Höhe, die illegal vom Kaufpreis abgezweigt worden sein sollen. Aktuell läuft ein Gerichtsverfahren, in dessen Zuge zahlreiche Käufer Anwälte eingeschaltet haben; die Kanzlei AKH-H vertritt bereits rund 35 Mandanten, die in finanzielle Notlagen geraten sind.

Wirtschaftskriminalität im Fokus

Die Volksbank Konstanz hat inzwischen intern eine Untersuchung eingeleitet und geht von einem signifikanten finanziellen Schaden aus, da sie im Zusammenhang mit etwa 60 Immobilienkrediten in Höhe von 20 Millionen Euro verwickelt ist. Diese Kredite wurden in den Jahren 2021 bis 2023 über einen externen Vermittler vergeben, der Teil des Netzwerks von „Immo Tommy“ war, wie der SWR berichtete. Dabei ergaben Überprüfungen, dass die Kredite auf Basis falscher Informationen genehmigt wurden, einschließlich gefälschter Eigenkapitalnachweise und irreführender Angaben zu den Immobilien.

Zusätzlich ermittelte die Staatsanwaltschaft Mannheim aufgrund der Hinweise auf Wirtschaftskriminalität und stellte fest, dass Kreditvermittler und weitere Beteiligte durch strafbare Handlungen ein hohes Maß an krimineller Energie an den Tag gelegt haben. Die Volksbank hat bereits personelle Konsequenzen gezogen und das Vermittlungsgeschäft vorübergehend eingestellt, um weitere Schäden zu vermeiden. Insgesamt wurden vorsorglich 2,7 Millionen Euro als Risikovorsorge zurückgelegt.

Während die Volksbank versichert, keine direkte geschäftliche Beziehung zu „Immo Tommy“ gehabt zu haben, arbeiten sie eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen, um die Situation aufzuklären. In der Zwischenzeit hat „Immo Tommy“ auf Anfragen für Interviews nicht reagiert, setzt jedoch weiterhin seine Videoaktivitäten im Immobiliensektor fort.

NDR Info
SWR