DeutschlandGütersloh

Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe: Massive Proteste in Gütersloh!

Die geplanten Kürzungen im Kinder- und Jugendbereich sorgen für rege Diskussionen und Proteste in Gütersloh. Diese Thematik stand im Mittelpunkt einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses, wo ein Kompromissvorschlag von CDU, SPD und Grünen von den Betroffenen als unzureichend bewertet wurde. Vor dem Rathaus demonstrierten zahlreiche Betroffene, um auf die vermeintlichen Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.

Die Einsparungen, die zur Haushaltskonsolidierung beitragen sollen, geben Anlass zur Sorge. Die rechtliche Zulässigkeit dieser Einsparungen steht zur Debatte. Während einige Bereiche von den Kürzungen ausgeschlossen sind, ist die Finanzierung neuer Streetworker in Gefahr. Kritisiert wurden die Entscheidungen insbesondere aus dem Jugendparlament, wo betont wurde, dass Kinder die Folgen des Handelns der Erwachsenen zu tragen haben. Trotz der vorgebrachten Bedenken wurde der Antrag auf die Kürzungen angenommen, während die finale Entscheidung für den 28. März anberaumt wurde, wie Radio Gütersloh berichtete.

Proteste auch in Reinickendorf

Inspiriert durch ähnliche Entwicklungen in anderen Regionen fanden auch in Reinickendorf Proteste gegen die Sparpläne des Senats statt. Rund 50 Erzieher:innen, Sozialarbeiter:innen und Jugendliche nahmen an einer Sitzung des Jugendhilfeausschusses teil. Dabei wurde eine Girlande mit dem Schriftzug „Wir wollen auf Klassenfahrt“ aufgehängt, um auf die Anliegen der Kinder und Jugendlichen aufmerksam zu machen. Gloria Amoruso von der Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendförderung verwies darauf, dass es seit Jahren einen wachsenden Bedarf gibt. Freie Träger hätten kaum Ressourcen, um die bestehenden Angebote aufrechtzuerhalten.

In Reinickendorf sind zwischen 50 und 60 Prozent der Kinder in bestimmten Wohngebieten von Armut betroffen, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht. Der Senat hat eine Sparliste von 3 Milliarden Euro vorgelegt, die auch die Kinder- und Jugendhilfe betrifft, wodurch Zuschüsse für die Jugendarbeit um 7 Millionen Euro gekürzt werden sollen. Die Unklarheit über die betroffenen Projekte und Einrichtungen führt zu Frustration und Unsicherheit bei den Beschäftigten. Alexander Ewers, SPD-Jugendstadtrat, bekundete Verständnis für die Forderungen und sprach sich für mehr Transparenz aus, wie taz.de berichtete.