
Die Theater- und Orchestergesellschaft Neubrandenburg/Neustrelitz (TOG) hat den Mietvertrag für den Marstall in Neustrelitz gekündigt und fordert von den verantwortlichen Stellen rund 1,9 Millionen Euro zurück. Diese Entscheidung wurde in Abstimmung mit den Gesellschaftern, zu denen der Landkreis sowie die Städte Neubrandenburg und Neustrelitz gehören, getroffen. Landrat Heiko Kärger bestätigte die gemeinsame Beschlussfassung.
Die Rückforderung der bereits bezahlten Miete soll dazu dienen, eine drohende Insolvenz der TOG abzuwenden. Bedingt durch strukturelle finanzielle Probleme wird bis 2028 ein Mehrbedarf von etwa sieben Millionen Euro prognostiziert. Bislang hat das Land jedoch keine Unterstützung zur Verhinderung der Insolvenz zugesagt, was die Lage des Theaters weiter verschärft.
Finanzielle Herausforderungen trotz guter Einnahmen
Die TOG blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit zurück, in der Produktionen wie „Aus unseren Feuern“, „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“, „Rigoletto“ und „The Famous Door on Swing Street“ aufgeführt wurden. Für das Jahr 2024 werden über 100.000 Zuschauer erwartet, was ein wirtschaftlich starkes Jahr verspricht, wie der Nordkurier berichtet.
Trotz dieser positiven Entwicklungen kämpft die TOG mit einem strukturellen finanziellen Problem. Der Anstieg der Fixkosten lässt sich nicht durch die jährlichen Zuschüsse von 2,5 % auffangen. Zudem wird der Liquiditätspuffer aus den Corona-Jahren bald erschöpft sein, sodass die finanzielle Rücklage nur bis Ende 2025 reicht. Für die Jahre bis 2028 wird ein kumulierter Mehrbedarf von etwa sieben Millionen Euro erwartet.
Die Städte Neustrelitz und Neubrandenburg sowie der Landkreis Seenplatte als Gesellschafter und das Land als Fördergeber sind sich einig, dass eine paritätische Lösung zur Sicherstellung der finanziellen Zukunft der TOG notwendig ist. Gespräche haben bereits begonnen, um Planungssicherheit bis Sommer 2026 zu schaffen. Es besteht Hoffnung auf eine strukturelle Lösung bis zum Frühjahr.
Aktuell sind keine Überlegungen zum Abbau von Repertoire oder Stellen angedacht; die Politik bekräftigt ihre Unterstützung für das Theater. In der kommenden Spielzeit sollen vermehrt bekannte und populäre Produktionen angeboten werden, um die Zugänglichkeit und den künstlerischen Anspruch zu gewährleisten.