
Ein tragischer Fall von Körperverletzung mit Todesfolge hat in Neubrandenburg für Schlagzeilen gesorgt. Ein 30-jähriger Vater wurde verurteilt, nachdem er seinen elf Wochen alten Sohn geschüttelt hatte, was zum Tod des Säuglings führte. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht vom 10. auf den 11. Januar 2024, als der Vater das Kind allein betreute.
Nach Angaben des Landgerichts Neubrandenburg zeigte der Vater bei seinem Geständnis glaubhafte Reue. Er hatte das Kind etwa 30 Sekunden lang geschüttelt, ohne den Kopf abzustützen, und anschließend heftig in einem Baby-Autositz gewippt, wodurch der Oberkörper des Säuglings ungebremst auf die Sitzfläche fiel. Infolge dieser schweren Misshandlung erlitt das Kind eine Hirnschwellung, die später von einem Obduktionsergebnis bestätigt wurde.
Urteil und Bewährungsstrafe
Am Landgericht wurde der Vater wegen Körperverletzung mit Todesfolge in einem minderschweren Fall verurteilt. Richter Benjamin Beischer bezeichnete den Fall als „einmaliges Versagen“, das sich von anderen Schüttelfällen bei Babys abhebt. Die Strafe belief sich auf zwei Jahre Freiheitsstrafe, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurde, was bedeutet, dass der Verurteilte nicht ins Gefängnis muss. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine höhere Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten gefordert.
Das Gericht ordnete an, dass der Verurteilte eine Autismus-Beratungsstelle aufsuchen und psychiatrische Behandlung in Anspruch nehmen muss. Trotz der Schwere des Vorfalls bleibt er in Kontakt mit seinen anderen Kindern; die Mutter hatte mit zwei Geschwisterkindern in einem anderen Raum geschlafen, als der Vorfall geschah. Der Gerichtsbeschluss sieht auch vor, dass der Verurteilte einen Bewährungshelfer erhält.
Der Fall erregte große öffentliche Aufmerksamkeit, vor allem aufgrund der tragischen Umstände, unter denen der Säugling starb. Das Kind war am 12. Januar ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem es aufgrund von Trinkverweigerung und Krämpfen in einen kritischen Zustand geriet und dort drei Tage später verstarb. Die Obduktion führte schließlich zur Festnahme des Vaters.
Der Verurteilte war bislang nicht vorbestraft, und die Verhandlung fand größtenteils nicht öffentlich statt. Eine psychologische Gutachterin bestätigte die volle Schuldfähigkeit des Vaters, während sein Verteidiger eine Bewährungsstrafe gefordert hatte.
Die genauen Umstände und die Tragik des Falls verdeutlichen die Notwendigkeit von Sensibilisierung und Unterstützung für Eltern in herausfordernden Situationen, um ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern.