
Der FC Hansa Rostock zieht Konsequenzen nach den jüngsten Ausschreitungen seiner Fangemeinde, die sowohl beim Auswärtsspiel in Aachen als auch beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden stattfanden. Diese Krawalle hätten zur Zerstörung von fast 700 Sitzschalen und der Beschädigung von Toilettenanlagen geführt. In Reaktion auf diese Vorfälle kündigte der Verein an, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) voraussichtlich empfindlichere Strafen, darunter Geldstrafen und Sanktionen gegen die Fans, verhängen wird.
Um den wiederholten Vorfällen von Fan-Gewalt und Vandalismus entgegenzuwirken, werden ab sofort Tickets für Auswärtsspiele nur noch an Vereinsmitglieder verkauft. Dabei ist der Erwerb auf ein Ticket pro Mitglied beschränkt. Der Vorverkauf für die restlichen Auswärtsspiele der Saison 24/25 erfolgt zudem von Spiel zu Spiel, mit einer Neubewertung der Situation nach jedem Spiel. Im schlechtesten Fall könnten keine Tickets für Auswärtsspiele ausgegeben werden, und die Vorverkaufsphase wird zeitlich eingeschränkt. Sebastian Eggert, Aufsichtsratschef, äußerte seine Frustration über die Vorfälle, während Jürgen Wehlend, Vorstandsvorsitzender, eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Gewalt und Vandalismus verkündete.
Weitere Maßnahmen und Vorfälle
Die Maßnahmen von Hansa Rostock umfassen ein vorläufiges Choreografie-Verbot bei Heimspielen sowie Einschränkungen bei der Vergabe von Auswärtstickets. Für die Spiele gegen Hannover 96 und den VfL Osnabrück erhalten nur Vereinsmitglieder Tickets, und das auch nur im Einzelkauf. Die Partie gegen den 1. FC Nürnberg ist von diesen Maßnahmen ausgenommen. Nach den Nordduellen wird die Vereinsführung erneut prüfen, ob diese Maßnahmen bis zum Ende der Saison auf Bewährung ausgesetzt werden können.
Die Reaktionen auf die Ausschreitungen sind nicht nur aus dem Vereinsumfeld zu vernehmen. Ministerin Stefanie Drese (SPD) begrüßte die klare Positionierung des Vereins. Bei den Ausschreitungen in Paderborn wurden nicht nur Polizeiwagen, sondern auch Catering-Stände und Sanitäranlagen stark beschädigt. Insgesamt verletzten sich 38 Personen, darunter 24 Polizisten und 13 Ordnungsdienstmitarbeiter, wobei der Sachschaden auf mindestens 50.000 Euro geschätzt wird. Die Polizei hat eine Kommission eingerichtet, die Bild- und Videomaterial auswertet, um die identifizierten Täter zu ermitteln. Den Tätern drohen Stadionverbote für mindestens drei Jahre sowie ein Vereinsausschluss. Die DFB-Strafen sollen zudem auf die Täter umgelegt werden. Hansa Rostock bekräftigt, dass der Verein jeglicher Form von Rassismus, Diskriminierung und Gewalt entschieden ablehnt und plant ein „Fan-Forum“ zur Verbesserung des Austauschs zwischen Verein, Fans und Mitgliedern.
Zusätzlich werden bauliche Maßnahmen im Ostseestadion angekündigt, um weitere Vorfälle zu vermeiden. Dazu gehören Sicht- und Schutzwände sowie zusätzliche Fangnetze.