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Heute, am 28. Februar 2025, gedenken viele der Auswirkungen der Corona-Pandemie, die vor fünf Jahren in Niedersachsen ihren Anfang nahm. Der erste bestätigte Coronafall führte damals zu einem Lockdown, der erhebliche Konsequenzen für viele Lebensbereiche nach sich zog.
Die enormen Herausforderungen, die der Lockdown mit sich brachte, betrafen insbesondere Kinder und Senioren. Schulen mussten geschlossen werden, und der Unterricht fand vorwiegend digital statt. Sportunterricht war kaum möglich, und Jugendliche erfuhren beträchtliche Einschränkungen in ihren sozialen Kontakten, indem sie zeitweise nur einen Freund oder eine Freundin treffen durften. Alexandra Vanin, Schulleiterin der Otfried-Preußler-Schule in Hannover, thematisiert die daraus resultierenden sozialen und psychischen Probleme, mit denen Kinder konfrontiert wurden. Auch die finanziellen und sozialen Hintergründe der Familien hatten wesentlichen Einfluss auf die Unterstützung während dieser kritischen Zeit.
Folgen für Senioren und kritik an den Maßnahmen
Adrian Grandt, Leiter des Seniorenheims Victor’s Residenz Margarethenhof, äußert sich kritisch zu den strikten Besuchsverboten in Altenheimen, die zu gravierenden Auswirkungen führten. Besonders die Isolation der sterbenden Personen, die sich nicht im Kreise ihrer Familien verabschieden konnten, hinterließ bleibende Spuren. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert in diesem Kontext, dass Gemeinschaft trotz schwieriger Umstände gefördert werden sollte, und erkennt an, dass die Maßnahmen in Schulen und Altenheimen zwar gut gemeint waren, jedoch die Härten der Vorschriften sorgfältiger abgewogen werden müssten.
Ein weiterer kritischer Punkt kommt von Heiger Scholz, dem ehemaligen Leiter des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen. Er mahnt an, dass die Kommunikation neuer Verordnungen und die Detailtiefe der Regelungen oft nicht ausreichend klargestellt wurden. Zudem werden die anhaltenden wirtschaftlichen Folgen der Pandemie, die auch Schulen betreffen, weiterhin als ernstzunehmendes Thema hervorgehoben.
Zusätzlich zu den lokalen Erfahrungen während der Pandemie wurden bundesweit ähnliche Einschränkungen festgestellt. Zu Beginn der Pandemie erließen die Behörden Kontaktbeschränkungen und Lockdowns, um die Infektionsketten zu unterbrechen. Mitte März 2020 wurden Schulen und Kitas geschlossen, was dazu führte, dass viele Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche, wie Kinos, Jugendzentren oder Sportvereine, pausiert wurden. Spielplätze waren oftmals wochenlang gesperrt, und Angebote der Kinder- und Jugendhilfe konnten nur eingeschränkt oder gar nicht stattfinden, wie UNICEF berichtete.
Digitale Unterrichtsformate stellten sich als herausfordernd dar aufgrund mangelnder Erfahrung und Ausstattung unter Lehrkräften sowie den fehlenden technischen Geräten bei vielen Kindern. Die sozialen Auswirkungen dieser Einschränkungen wurden oft nicht in den Mittelpunkt der Diskussion gerückt, obwohl Kinder und Jugendliche unter den besonderen Umständen litten, so UNICEF weiter. Ein weiterer kritischer Aspekt war, dass Kinder und Jugendliche nicht in die Entscheidungsprozesse einbezogen wurden, die sie betreffen. Gemäß der UN-Kinderrechtskonvention sollte jedoch das Wohl der Kinder bei allen Maßnahmen vorrangig berücksichtigt werden.