
Im Landkreis Holzminden gilt aktuell ein Abkochgebot für Trinkwasser. Laut Informationen von NDR ist die Ursache für diese Maßnahme auf routinemäßige Arbeiten an Trinkwasserleitungen zurückzuführen, die zu einer Trübung des Wassers führten.
Die betroffenen Orte sind Eschershausen, Teile von Bodenwerder, Holzen, Lüerdissen, Dielmissen, Kirchbrak, Halle, Heyen und Hehlen. Der Wasserverband Ithbörde/Weserbergland informiert die Bürger über die Situation über seine Internetseite und führt aktuell Spülungen in den betroffenen Trinkwasseranlagenteilen durch. Das Leitungswasser sollte vorsorglich nur abgekocht verwendet werden; nach dem Aufkochen ist es unbedenklich. Das Abkochgebot bleibt bis zur Bestätigung einer einwandfreien Beschaffenheit des Trinkwassers durch mehrere Untersuchungen bestehen. Für Fragen können sich Anwohner unter der Telefonnummer (05534) 99 250 an den Wasserverband wenden.
Hintergrund zum Abkochgebot
Diskussionen über Abkochgebote sind auch geprägt von anderen Vorfällen, wie lebensraumwasser.com berichtet. Der Begriff „Abkochgebot“ wird häufig in den Medien erwähnt, besonders im Zusammenhang mit Starkregen-Ereignissen, die die Trinkwasserversorgung gefährden können. Betroffene Bürger werden hierbei von Gesundheitsbehörden und Wasserversorgern informiert.
Die Ursachen für Wasserverunreinigungen werden vielfach im Klimawandel, Starkregen und Hochwasser gesehen. Beispielsweise beeinträchtigen Hochwasserereignisse in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Trinkwasserversorgung. In Mittelfranken wurden sogar E. coli-Bakterien in Brunnen entdeckt, die daraufhin vom Netz genommen wurden. Solche Bakterien können Durchfall und Übelkeit verursachen und sind besonders gefährlich für Säuglinge und immungeschwächte Personen. Das Gesundheitsamt hat die Befugnis, Abkochgebote zu erlassen, wenn die Wasserqualität gefährdet ist; solche Gebote können wieder aufgehoben werden, wenn die Risiken nicht mehr bestehen.
Abgekochtes Wasser ist wichtig für das Trinken, Waschen und die Zubereitung von Lebensmitteln. Das Abkochen tötet Krankheitskeime ab, wobei empfohlen wird, das Wasser mindestens eine Minute bei 80 °C zu erhitzen. Bei Geschirrspülmaschinen und Wäschewaschmaschinen bei entsprechenden Temperaturen kann auf das Abkochen verzichtet werden, ebenso bei Kaffeemaschinen, die das Wasser ebenfalls auf 80 °C erhitzen. In Katastrophenlagen ohne Strom können alternative Methoden wie Gaskocher oder Teelichtöfen genutzt werden, um Wasser abzukochen.