
Die Entführung der deutschen Krankenschwester Sonja N. im Jahr 2018 in Somalia bleibt ein brisantes Thema. Bereits am 2. Mai 2018 wurde die in Hamm geborene Mitarbeiterin des Internationalen Roten Kreuzes (IKRK) in Mogadischu von einer Gruppe Bewaffneter entführt. Während ihrer Arbeit im Rotkreuz-Gebäude stürmten die Täter das Gebäude, um Sonja N. gewaltsam in ihre Gewalt zu bringen, wie [wa.de](https://www.wa.de/hamm/video-aufgetaucht-somalia-entfuehrte-krankenschwester-hamm-haenden-terrormiliz-93654699.html) berichtete. Bei ihrer Entführung, die gegen 20 Uhr Ortszeit stattfand, sollen sie durch einen Hintereingang mit einem Fahrzeug geflohen sein.
Der Entführung vorausgegangen waren umfassende Sicherheitsvorkehrungen, doch laut Berichten half ein Sicherheitsmitarbeiter der Rotkreuz-Station den Entführern. Seit jenem Tag hält die islamistische Terrormiliz Al-Shabab Sonja N. gefangen. Trotz mehrerer Suchaktionen konnte ihr Aufenthaltsort nicht ermittelt werden, bis im Dezember 2024 der Bundesnachrichtendienst ihren Standort entdeckte, wie [berliner-kurier.de](https://www.berliner-kurier.de/panorama/vor-sieben-jahre-in-somalia-entfuehrt-erstes-lebenszeichen-von-sonja-n-li.2311416) berichtete.
Neueste Entwicklungen im Fall Sonja N.
Ein recently veröffentlichtes Video, das Sonja N. zeigt, hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Fall gelenkt. In dem etwa fünfeinhalbminütigen Clip appelliert sie auf Englisch an Bundeskanzler Scholz, ihre Rückkehr nach Deutschland zu veranlassen. Das IKRK hat die Echtheit des Videos bestätigt und fordert ihre sofortige, bedingungslose Freilassung. Laut IKRK-Sprecher Christian Cardon ist das Video belastend, bringt jedoch auch Hoffnung auf eine mögliche Freilassung hervor.
Der Entführer forderte 20 Millionen US-Dollar für die Freilassung von Sonja N. und drohten mit ihrer Ermordung sowie einem „Weiterverkauf“ an den IS. Eine geplante Befreiungsaktion, die durch das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr durchgeführt werden sollte, wurde in letzter Minute vom damaligen Verteidigungsminister Heiko Maas abgesagt, um mögliche Gefahren für die Geisel zu vermeiden. Bis heute äußert sich das Auswärtige Amt in Berlin nicht zu den Details des Entführungsfalls und übernimmt keine Stellungnahmen, da die Bundesregierung grundsätzlich keine Informationen zu solchen Fällen veröffentlicht.