KrefeldNordrhein-Westfalen

Krefeld bohrt tief: Auf der Suche nach Erdwärme für die Zukunft!

In Krefeld hat der Geologische Dienst NRW mit einer bedeutenden Probebohrung begonnen, um die Eignung der Region für die Nutzung von Erdwärme zu prüfen. Die Bohrung, die direkt hinter dem Krefelder Stadthaus durchgeführt wird, reicht bis zu 1.000 Meter in die Tiefe und soll die tiefliegenden Gesteinsschichten sowie das Wasser analysieren. Diese Maßnahme ist Teil eines landesweiten Projekts, das ähnliche Bohrungen in Nordrhein-Westfalen in den kommenden Jahren vorsieht.

Die Bohrungen sind auf eine Dauer von bis zu acht Wochen angelegt, wobei rund um die Uhr gearbeitet wird. Während dieser Zeit werden Gesteins- und Wasserproben entnommen und im Labor untersucht, um die Möglichkeit des Heizens mit Erdwärme in Krefeld und der umliegenden Region zu bewerten. Um die Anwohner vor Lärmbelästigungen zu schützen, wurden spezielle Lärmschutzwände errichtet.

Details zur Bohrung und ihren Zielen

Die Bohrung in Krefeld ist als eine einzigartige Maßnahme in Nordrhein-Westfalen konzipiert. Laut [WDR](https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/mega-bohrung-geothermie-krefeld-100.html) soll festgestellt werden, ob der Untergrund geeignet ist, um Erdwärme durch heißes Tiefenwasser zu gewinnen. Im Vergleich dazu erreichte eine ähnliche Bohrung in Schwelm lediglich eine Tiefe von 100 Metern. Geothermie gilt als umweltfreundliche Energiequelle und kann sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen sowie zur Stromerzeugung genutzt werden.

Während der Bohrungen werden umfassende geophysikalische Messungen durchgeführt. Projektleiter Ingo Schäfer erläuterte, dass die wichtigen Ergebnisse möglicherweise schon nach 700 oder 800 Metern erreicht werden könnten. Der Krefelder Boden könnte aufgrund der Ähnlichkeit des Gesteins im Untergrund des Niederrheins repräsentativ für die Region sein. Hintergrund der Bohrung ist der Masterplan Geothermie NRW, der bis 2045 plant, etwa 20 Prozent des Wärmebedarfs in Nordrhein-Westfalen durch Erdwärme zu decken.