Oberhausen

Schockierende Premiere: Geschwister Eichmann im Theater Oberhausen!

Am 14. März 2025 feierte das Theater Oberhausen die Premiere der Inszenierung „Bruder Eichmann“ in Kombination mit dem neuen Text „Geschwister Eichmann“ von Lukas Hammerstein. Die Intendantin Kathrin Mädler hat diese Inszenierung geschaffen, um die komplexe Figur Adolf Eichmanns in den Fokus zu rücken, der eine zentrale Rolle im nationalsozialistischen Regime spielte.

Adolf Eichmann, geboren 1906 in Solingen, war der älteste Sohn einer protestantischen Familie und trat früh der NSDAP bei. Er war verantwortlich für die Organisation der Transporte jüdischer Menschen in die Vernichtungslager. 1960 wurde er in Argentinien vom israelischen Geheimdienst gefasst und 1961 in Jerusalem vor Gericht gestellt. Der Prozess, den Hannah Arendt als Reporterin für das Magazin The New Yorker beobachtete, mündete 1962 in ein Todesurteil.

Inszenierung und Konzept

Die Inszenierung findet ohne Zuschauerraum auf der großen Bühne des Theaters statt, wobei das Publikum in einem Karree um die Spielfläche platziert ist. In der Mitte der Bühne befindet sich ein monumentaler Grabhügel. Torsten Bauer übernimmt die Rolle des Eichmann, der zwischen sanfter Kooperationsbereitschaft und empörter Moral schwankt. Mädler legt in ihrer Regie besonderen Wert auf die grotesken und sarkastischen Aspekte des Geschehens.

Lukas Hammerstein thematisiert in seinem Text die Verdrängung und Bewältigung im Nachkriegsdeutschland. Eichmann selbst präsentierte sich während des Gerichtsverfahrens als unschuldiges Opfer, indem er behauptete, persönlich keinen Juden getötet oder entsprechende Befehle erteilt zu haben. Die Inszenierung setzt sich intensiv mit diesen Selbstinszenierungen und der Ideologie auseinander, die Eichmann ausmachte.

Das Theaterstück hat eine Laufzeit von 3 Stunden und 10 Minuten, einschließlich einer Pause, und wird von einem talentierten Ensemble aufgeführt, zu dem unter anderem Nadja Bruder, Oliver El-Fayoumy und Klaus Zwick gehören.

Die Verbindung zur Philosophie von Hannah Arendt wird deutlich, insbesondere ihre These von der „Banalität des Bösen“, die aus ihrem Buch „Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ resultiert. Arendt beobachtete den Prozess und argumentierte, dass Eichmann als „normaler Mensch“ ohne übermäßigen Antisemitismus agierte und seine Verbrechen aus einer Unfähigkeit zu selbstständigem Denken resultierten, was zu anhaltenden Kontroversen über ihre Analyse geführt hat, wie [Wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Eichmann_in_Jerusalem) berichtet.