Rhein-Sieg-Kreis

Frühling im Anmarsch: Blütenpollen und Frostgefahr für Pflanzen!

Aktuell blühen viele Pflanzen in Gärten und Vorgärten, darunter Magnolien, Forsythien, Primeln und Buschwindröschen. Zudem beginnen Kirschen, insbesondere an geschützten Stellen im Siegtal, zu blühen. Für Allergiker hat die Pollensaison begonnen; vor allem die ersten Birkenpollen sind Anfang April zu erwarten. Der März war im Vergleich zu den üblichen Niederschlägen zu trocken, mit nur einem Drittel der normalen Regenmenge. Meteorologe Dr. Karsten Brandt warnt vor möglichem Boden- und leichtem Luftfrost im April, was die Dauer der wechselhaften Wetterperiode, die durch Tiefdruckgebiete geprägt ist, ungewiss macht.

Die Wetterprognose sagt eine Rückkehr von heiterem und trockenem Wetter mit Ostwinden voraus. Kaltluft könnte die Mandel- und Kirschblüte in freien Lagen gefährden. Fröste stellen zudem ein Risiko im kommerziellen Obstanbau, beispielsweise in Meckenheim, dar. Der März zeigte sich in der Region im Vergleich zu den letzten zehn Jahren als zu trocken, sonnig und warm. Die Märzmitteltemperatur in Troisdorf-Rotter See betrug 8,5 Grad, während der Niederschlag bis zum 26. März bei 5,9 Litern pro Quadratmeter lag. Bad Honnef-Aegidienberg verzeichnete eine Märzmitteltemperatur von 7,9 Grad, und am Ölberg in Königswinter wurde die höchste Märzmitteltemperatur mit 9,2 Grad gemessen. Wachtberg-Niederbachem wies mit 9,6 Grad die höchste Märzmitteltemperatur im Rhein-Sieg-Kreis auf.

Pollenbelastung und Allergien im Frühling

Mit dem Frühling bringt die Natur Blütenpollen, die für etwa 12 Millionen Menschen in Deutschland Heuschnupfen oder allergisches Asthma auslösen können. Pollen sind die männlichen Keimzellen von Blütenpflanzen, die in Staubblättern entstehen und bei der Blüte freigesetzt werden. Frühblühende Baumarten wie Hasel und Erle setzen bereits ab Februar Pollen frei, während die Hauptblütezeit vieler Pflanzen im April und Mai liegt. Ein einzelner Haselnussstrauch kann über 2 Millionen Pollenkörner freisetzen, und eine Roggenpflanze produziert rund 20 Millionen Pollenkörner.

Pollen setzen sich aus Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten zusammen, und bei Allergikern erkennt das Immunsystem bestimmte Eiweiße fälschlicherweise als Bedrohung. Dies führt zur Überreaktion des Immunsystems, bei der Antikörper gegen harmlose Substanzen gebildet werden. Zu den Risikofaktoren für Pollenallergien zählen genetische Veranlagung, Luftverschmutzung und (Passiv-)rauchen. Bei Kontakt mit Allergenen kommt es zu Immunreaktionen und Histaminausschüttung, was zu Symptomen wie Juckreiz, Niesen, geröteten Augen und verstopfter Nase führt. In schweren Fällen kann sich die Allergie zu allergischem Asthma entwickeln.

Darüber hinaus können Allergien auch Kreuzallergien ausbilden, bei denen das Immunsystem auf ähnliche Allergene reagiert. Der Klimawandel hat einen Einfluss auf Pollenallergien, da Pflanzen früher blühen und die Pollensaison sich verlängert. Haselnuss und Erle setzen heute etwa 13 Tage früher Pollen frei als 1951. Zudem breitet sich die gebietsfremde Pflanze Ambrosia in Deutschland aus und produziert über eine Milliarde Pollenkörner. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten wie Antihistaminika, kortisonhaltige Nasensprays und spezifische Immuntherapie.

Um Allergikern zu helfen, sollten Informationen über die Pollenbelastung eingeholt werden. Empfehlungen umfassen das Vermeiden von Aufenthalten im Freien an Tagen mit hohem Pollenflug, geschlossene Fenster, gezieltes Lüften, Verwendung von Pollenfiltern, das Wechseln der Kleidung und das Waschen der Haare nach dem Aufenthalt im Freien, regelmäßiges Staubsaugen mit Allergiker-Staubsaugern und die Nutzung von Luftreinigern.