
Fast vier Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal, die 135 Menschenleben forderte und viele Obdachlose hinterließ, wird der Wiederaufbau des Tourismussektors im Tal vorangetrieben. Hotels, Restaurants und andere Betriebe sind teils noch im Wiederaufbau, während die Region um Touristen wirbt. Bis Dezember 2024 wurden insgesamt 147 Anträge auf Aufbauhilfe bewilligt, mit einem Gesamtvolumen von nahezu 89 Millionen Euro. Dieses Geld stammt aus dem Wiederaufbaufonds von Bund und Ländern, wobei die Antragsfrist für die Hilfe bis Juni 2026 läuft.
Aktuell haben bereits 85 Prozent der betroffenen touristischen Betriebe den Wiederaufbau abgeschlossen. Etwa 75 Prozent der zuvor verfügbaren Bettenkapazitäten sind wieder in Betrieb, und die Übernachtungen haben bereits 55 Prozent des Niveaus vor der Katastrophe erreicht. Inhabergeführte Gastbetriebe erleben beim Wiedereröffnen häufig einen Generationenwechsel. Große Hotelunternehmen kehren zurück oder planen ihre Rückkehr: Das Steigenberger Hotel in Bad Neuenahr-Ahrweiler hat bereits wieder geöffnet, während das Hotel Rodderhof in Ahrweiler ein Jahr nach der Katastrophe wiedereröffnete.
Infrastruktur und Zukunftsperspektiven
Die Sensibilisierung der Gäste stellte in den ersten Jahren eine Herausforderung dar. Trotz des Fortschritts bleibt die Infrastruktur wie Straßen, Bahn und Radwege noch unzureichend. Der Ahr-Radweg ist nicht durchgängig befahrbar, und die Wiederherstellung wird als äußerst wichtig erachtet. Laut Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt sind bereits jüngere und sportbegeisterte Menschen in die Region zurückgekehrt. Der Geschäftsführer des Ahrtal-Tourismus, Lambeck, schätzt, dass der touristische Wiederaufbau noch acht bis zehn Jahre in Anspruch nehmen wird.
Die Zahl der Übernachtungen steigt kontinuierlich: Sie nahm von rund 434.000 im Jahr 2022 auf etwa 760.000 im Jahr 2023 zu. Momentan sind im Ahrtal etwa 6.200 Betten verfügbar, im Vergleich zu etwa 3.800 im Jahr 2022. Die Kampagne «We AHR open» wurde ins Leben gerufen, um Menschen zu ermutigen, das Tal wieder zu besuchen, und Rückkehrer zeugen von den Fortschritten in der Region, die sich wieder zu einem attraktiven Reiseziel entwickelt.
Für weitere Informationen zu den Entwicklungen im Ahrtal, können die Artikel von Süddeutsche.de und rpr1.de gelesen werden.