
Ralf Beisiegel, der seit 2019 Bürgermeister der kleinsten Stadt in der Pfalz, Obermoschel, ist, hat angekündigt, sein Amt zum 30. Juni 2023 abzugeben. Der Zeitpunkt seines Rücktritts kommt für viele überraschend. In einem Interview äußert Beisiegel sich zu seinen Beweggründen für den Rücktritt und spricht die Reaktionen darauf an. Zudem hat er bereits eine Ideallösung für seine Nachfolge im Kopf, zeigt sich jedoch besorgt über die verschiedenen möglichen Nachfolge-Konstellationen. Beisiegel thematisiert außerdem seine klare Meinung zur aktuellen Situation im Verbandsgemeinderat Nordpfälzer Land.
In einer Stadtratssitzung informierte Beisiegel zudem über einen plötzlichen Fördermittelstopp, der am 16. Oktober 2023 für das geplante Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) des Arztes Heinz-Peter Dilly in Obermoschel in Kraft tritt. Der Stadtrat hatte zuvor den Verkauf städtischer Flächen an Dilly genehmigt, um dessen MVZ zu errichten. Die Schließung mehrerer Hausarztpraxen in der Region hat zu einem akuten Mangel an Hausärzten geführt, was die Suche für über 2.000 Patienten erheblich erschwert.
Medizinische Versorgung in Gefahr
Im Februar 2023 hatte Dilly das „Forum Valentinum“ in der ehemaligen Praxis von Uwe Mannweiler eröffnet, um die medizinische Versorgung der Region zu verbessern. Er plant den Bau eines modernen, barrierefreien MVZ, das zusätzlich Platz für weitere medizinische Dienstleistungen bieten soll. Dilly hatte öffentliche Fördermittel für dieses Projekt beantragt und rechnete mit einem Baustart im Jahr 2024. Der jetzt eingetretene Fördermittelstopp ist die Folge einer unerwarteten Aussetzung des GAK-Programms des Wirtschaftsministeriums. Vor der Sperrung der Mittel fanden Beratungen mit Dilly und dem Regionalentwicklungsbüro Entra statt.
Ab dem 1. März 2024 sollen wieder Förderanträge für das GAK-Programm möglich sein. Entra bestätigte, dass die plötzliche Aussetzung der Mittel überraschend kam und die geplante Zeitschiene für das Projekt nicht eingehalten werden kann. Eine neue Beratung mit Dilly wird angestrebt, um die Antragstellung für 2024 vorzubereiten. Der nächste Vorstandssitzung der LAG zur Auswahl eingereichter Vorhaben findet Ende Mai 2024 statt.
Für viele Bürger der Region steht damit die medizinische Versorgung auf der Kippe, da der Zugang zu Hausärzten in den letzten Jahren stark eingeschränkt wurde.