
Die Stadt Mainz plant umfassende Anpassungen der Öffnungszeiten in städtischen Kitas. Ziel dieser Maßnahme ist der gezielte Einsatz des vorhandenen Personals in den Kernzeiten, um die Betreuung von mehr Kindern zu ermöglichen. Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch betont, dass das Angebot sowohl für Kinder als auch für Eltern und Kitateams passend gestaltet werden soll.
Im Rahmen dieser Anpassungen werden die Öffnungszeiten für einen Teil der städtischen Kitas von der bisherigen Regelöffnungszeit von 10 Stunden auf 8,5 Stunden reduziert. Dabei behalten 22 von rund 60 städtischen Kitas ihre Öffnungszeit von 10 Stunden. Oberbürgermeister Nino Haase erläuterte, dass die Veränderungen darauf abzielen, zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen und Familien zu unterstützen. Wichtig ist, dass nur die neu aufgenommenen Kinder von dieser Umstellung betroffen sind, während bestehende Vereinbarungen für bereits betreute Kinder und Familien unverändert bleiben.
Neues Betreuungskonzept
In den städtischen Kitas von Mainz sind derzeit Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr üblich, was im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich lange Betreuungszeiten darstellt. Um den steigenden Bedarf besser zu decken, führt die Stadt ein neues, bedarfsorientiertes Konzept für die Kita-Öffnungszeiten ein. Die Regelöffnungszeiten in einem Teil der Kitas werden auf täglich 8,5 Stunden (7:30 bis 16:00 Uhr) reduziert. Gleichzeitig bleibt in jedem der 15 Stadtteile mindestens eine Kita mit einer zehnstündigen Betreuung bestehen, um die Bedürfnisse von Familien mit längeren Arbeitszeiten zu berücksichtigen.
Das Ziel des neuen Konzepts besteht darin, mehr Planungssicherheit für Familien zu schaffen sowie das Personal zu entlasten und zusätzliche Kita-Plätze anzubieten. Fachkräfte sollen gezielt in den Kernzeiten eingesetzt werden, um eine effizientere Betreuung zu gewährleisten. Der Anpassungsprozess der Öffnungszeiten wird schrittweise über einen Zeitraum von etwa 3,5 Jahren erfolgen.
Die Kitas stehen vor Herausforderungen: Ein Fachkräftemangel und flexible Betreuungszeiten erschweren die Situation. Zudem übersteigt die Nachfrage nach Kita-Plätzen das verfügbare Angebot, was bedeutet, dass der gesetzliche Betreuungsanspruch gemäß § 24 SGB VIII nicht für alle Kinder erfüllt werden kann. Auch krankheitsbedingte Ausfälle sowie Fortbildungen und unbesetzte Stellen tragen dazu bei, dass es Einschränkungen bei den Betreuungszeiten gibt.
Die Anpassungen der Öffnungszeiten wurden in enger Abstimmung mit Kitateams und Elternausschüssen diskutiert, um den gezielten Einsatz von Personalressourcen zu fördern und die Betreuung während der Hauptzeiten zu stärken.