Saarland

Friseur-Branche in der Krise: Schwarzarbeit bedroht Faire Preise!

Der Friseurberuf gen geniet in der Bevölkerung große Anerkennung, doch die Branche sieht sich zunehmend unfairem Wettbewerb ausgesetzt. Friseurmeister Werner Lieb aus St. Ingbert weist auf problematische Praktiken hin, die durch Schwarzarbeit in der Friseurbranche ermöglicht werden. Viele Salons bieten niedrigere Preise an, indem sie an Sozialabgaben sparen. Demnach melden einige Betriebe Mitarbeiter nur als „geringfügig beschäftigt“ (520 Euro pro Monat), obwohl diese tatsächlich Vollzeit arbeiten. Oftmals erhalten die Mitarbeiter ihre Löhne unter der Hand, was die gesetzlichen Vorgaben unterläuft.

Eine weitere Methode zur Umgehung von Vorschriften besteht in der Eintragung als Kleinunternehmen, was einen steuerfreien Jahresumsatz von bis zu 25.000 Euro ermöglicht. Mirko Karkowsky, Geschäftsführer der Friseurinnung, bezeichnet den genannten Wert als unrealistisch. Er fordert die Einhaltung von Mindestlöhnen sowie die Zahlung von Sozialabgaben und fairen Löhnen. Zudem verlangt Karkowsky mehr Kontrollen in der Branche, um die Schwarzarbeit zu bekämpfen. In der Sendung „Region am Mittag“ auf SR 3 Saarlandwelle wurde dieses Thema am 5. April 2025 behandelt, wie SR.de berichtete.

Herausforderungen für die Friseurbranche

Die Friseurbranche in Deutschland ist weiterhin von Herausforderungen betroffen, die durch Schwarzarbeit und einen Mangel an Fachkräften verstärkt werden. Trotz hoher Ausgaben für Schönheit und Körperpflege bleibt die wirtschaftliche Situation angespannt. In Deutschland gibt es rund 80.000 Friseursalons, von denen 70 % Kleinstbetriebe mit weniger als fünf Beschäftigten sind. Der Umsatz der Branche erreichte im Jahr 2022 7,07 Milliarden Euro, was einem Plus von 19,4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieses Wachstum ist auf den Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen sowie auf die steigende Inflation zurückzuführen.

Die Käufe bei Friseuren sind jedoch zurückgegangen, und die Kunden besuchen Friseure seltener als vor der Pandemie. Dies hat zu Preisanpassungen geführt: Damenhaarschnitte stiegen um 7,2 %, Herrenhaarschnitte um 7,6 % und Kinderhaarschnitte um 7,3 %. Im Jahr 2023 begannen 13.509 Auszubildende ihre Lehre im Friseurhandwerk, was einem Rückgang von 4,7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Es gibt jedoch einen Anstieg der männlichen Auszubildenden mit 2.211 Neuverträgen, was einem Zuwachs von 7,6 % entspricht. Der Zentralverband des Friseurhandwerks fordert wirtschaftliche Entlastungen für die Betriebe, um die ungewisse Zukunft der Branche zu sichern, wie Handwerksblatt.de berichtet.