
Carsten Kiehne, ein engagierter Geschichtensammler aus dem Harz, ist bekannt für seine jahrelangen Bemühungen, Sagen, Märchen und Anekdoten der Region zu dokumentieren. Seit über einem Jahrzehnt widmet er sich zusammen mit seiner Lebensgefährtin Manuela Petri dieser Leidenschaft und hat mehr als dreißig Bücher veröffentlicht. Darüber hinaus organisiert Kiehne Führungen und Wanderungen, die es Besuchern ermöglichen, die faszinierenden Geschichten des Harzes hautnah zu erleben.
Am Dienstag, den 4. März, fand eine besondere Wanderung entlang der Paracelsus-Harzklinik in Bad Suderode statt. Während dieser Tour traf Kiehne auf einen älteren Mann namens Günther, der mit einem Elektro-Rollstuhl vor der Klinik saß. Trotz der Herausforderungen, die die dreistündige Wanderung und der steile Anstieg mit sich brachten, hatte Günther den Wunsch, die Gruppe zu begleiten. Kiehne war zunächst skeptisch, entschloss sich jedoch, Günther die Teilnahme zu ermöglichen.
Herausforderungen und Erfüllung
Während der Wanderung wurde Kiehne schnell klar, dass Günther Schwierigkeiten hatte, sicher mit seinem Rollstuhl zu fahren. Um dem älteren Mann zu helfen, übernahm die Gruppe die Verantwortung, ihn den steilen Berg hinaufzuschieben. Diese gemeinsame Anstrengung stellte sich als Herausforderung dar, aber die Gruppe gab nicht auf. Letztlich erreichten sie ihren Gipfel, und der Erfolg wurde mit großer Freude gefeiert. Oben angekommen äußerte Günther, dass dies das Highlight seines Klinikaufenthalts sei. Diese positive Rückmeldung gab Kiehne das Gefühl, dass auch dieser Tag ein unvergessliches Erlebnis in seiner 14-jährigen Tätigkeit war.
Die Website von Reiki im Harz, die von Manuela Petri und Carsten Kiehne betrieben wird, weist darauf hin, dass Kiehne in den vergangenen Jahren über 1.500 Erzählveranstaltungen und geführte Wanderungen durchgeführt hat. Neben den Wanderungen bietet er Workshops zu Themen wie Zauberkräuter, der Heilkraft der Bäume und achtsames Wandern an. Darüber hinaus wird auch die Ausbildung von Sagen- und Märchenerzählern sowie Wanderführern gefördert. Die Hauptsäulen von „Sagenhafter Harz“ sind neben den Wanderungen die Archivierung der Harzer Sagen in einer eigenen Bibliothek und die Veröffentlichung von Geschichten auf sozialen Medien sowie in Büchern.