Chemnitz

Chemnitz: Auf dem Weg zur digitalen Verwaltungsrevolution bis 2030!

In einem aktuellen Interview berichtet Michael Walter, der Chief Digital Officer (CDO) der Stadt Chemnitz, über die Fortschritte der Digitalisierung in der Verwaltung der Stadt. Chemnitz trägt im Jahr 2025 den Titel Kulturhauptstadt Europas und setzt sich intensiv mit der digitalen Transformation auseinander. Walter, der seit 2019 an der Entwicklung einer umfassenden Digitalisierungsstrategie arbeitet, hat das Ziel, einen wirtschaftlich effektiven Fahrplan zur Verwaltungsdigitalisierung zu schaffen. Dabei werden mehrere Tausend Mitarbeiter in den Prozess einbezogen.

Die Digitalisierungsstrategie umfasst insgesamt sechs Programmbereiche: die Umsetzung des OZG-Änderungsgesetzes, die digitale Verwaltungsarbeit, eine digitale zentrale Poststelle, ein elektronisches Kommunalarchiv, neue Arbeitswelten und Kommunikationswege sowie Querschnittsbereiche wie das Servicecenter 115, ein digitales Dienstleistungsportal und Open Data. Die vollständige Umsetzung dieser Strategie ist bis 2030 geplant. Ein Programmteam Digitalisierung sowie ein Lenkungsgremium koordinieren die Aufgaben in diesem Bereich.

Interkommunale Zusammenarbeit

Zur Unterstützung der Verwaltungsdigitalisierung wurde eine zentrale Finanzierung eingerichtet. Der Freistaat Sachsen bietet zentrale Dienste und Komponenten, darunter das Serviceportal Amt24. Geplant ist zudem eine Landing Page für ein digitales Rathaus, die alle digitalen Leistungen bündeln soll. Um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen, werden ein Beteiligungsportal und eine digitale Bezahlkomponente namens ePayBL genutzt. Das elektronische Kommunalarchiv wird zudem als gemeinsames Projekt zwischen den Kommunen realisiert.

Die Strategie sieht auch drei Säulen für mehrkanalige Verwaltungszugänge vor: die telefonische Beratung über die Nummer 115, ein analoges Kundencenter und das digitale Rathaus. Statt einer App entschloss man sich zugunsten eines responsiven Webportals. Eine zentrale Prozessplattform des Freistaates wird zur Modellierung und Dokumentation von Prozessen genutzt. Die interkommunale Zusammenarbeit in Sachsen wird als positiv bewertet, um Ressourcen zu bündeln und Fachkräfte zu teilen, was [eGovernment Computing](http://www.egovernment-computing.de/wie-chemnitz-die-digitale-agenda-umsetzt-a-5dd66e7307888186bbb56b96add08914/) hervorhebt.

Zusätzlich wird die Entwicklung von Online-Antragsassistenten durch die KOMM24 GmbH gefördert, wobei der Austausch von Lösungen und Erfahrungen zwischen Kommunen eine zentrale Rolle einnimmt. Ein Leitfaden zur interkommunalen Zusammenarbeit in einer digitalisierten Welt unterstützt diese Bestrebungen und ist auf der Webseite der Sächsischen Staatskanzlei zu finden, wie [SSG Sachsen](https://www.ssg-sachsen.de/de/projekte/ikz/aufgabengebiete-themen/ikz-in-einer-digitalisierten-welt-leitfaden/2024-09-10-ikz-leitfaden-interkommunale-zusammenarbeit-in-einer-digitalisierten-welt-final.pdf?cid=m2d) berichtet.